Noch immer gibt es Geistliche und Therapeuten, die Menschen von ihrer homosexuellen Orientierung "heilen" wollen. Selbst in Europa, wie der Dokumentarfilm "Wie krank ist Homo-Heilung?" zeigt.

In der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Homosexualität seit 1990 nicht mehr als psychische Erkrankung geführt. Das war zwar damals schon vor einigen Jahrzehnten mehr als überfällig. Dennoch gibt es bis heute Unverbesserliche, die gegen gleichgeschlechtliche Liebe mit teilweise brutalen Mitteln vorgehen. Sie brandmarken Homosexualität als Krankheit und wollen diese mit teils menschenverachtenden Umpolungsversuchen "kurieren".

Der investigative Dokumentarfilm "Wie krank ist Homo-Heilung?" des französischen Regisseurs Bernard Nicolas deckt zunächst Netzwerke in den USA auf, die mit dubiosen Pseudotherapien einen vermeintlichen Heilungsversuch wagen. Bei Deb, der Tochter eines evangelikalen Paares aus Arkansas, aber hatten die Methoden bestimmt nicht gefruchtet. Die junge Frau verfiel durch die Auswirkungen einer Teufelsaustreibung in eine schlimme Depression.

Doch es sind nicht nur vom Glauben besessene Amerikaner im sogenannten "Bible Belt" der Vereinigten Staaten, die Homosexualität als Frevel oder gar Teufelsgabe sehen. Auch nach Europa sei nach den zweijährigen Recherchen Nicolas' der Glaubenskampf vernarrter Katholiken oder Evangelikaler bereits übergeschwappt. So berichtet beispielsweise der Franzose Benoit, dass ihn seine streng katholischen Eltern vom 15. bis zum 18. Lebensjahr in ein Sommerlager für Homosexuelle geschickt hätten. Dort sollte er umerzogen werden. Auch unter dem Einsatz der fragwürdigsten Methoden. Ein Film, der einen tief erschüttert zurücklässt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst