Schlechte Stimmung in der "Höhle der Löwen": Beim Pitch für plastikfreie Kaffeekapseln zeigen sich die Investoren kratzbürstig. Im Fokus steht Judith Williams. Dabei will sie den Deal doch gar nicht.

Es ist direkt der erste Pitch in der zweiten Folge der neuen Staffel, der das "Löwenrudel" auf den Plan wirft. Julian Reitze und Stefan Zender präsentieren ihr Produkt "rezemo", Kaffeekapseln aus Holz, die im Biomülle entsorgt werden können. 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile möchten sie haben. Da Umweltschutz derzeit in aller Munde und angeblich auch den Investoren wichtig ist, zeigen die sich sofort interessiert.

Doch eine Frage ist noch zu klären. "Es wird schon sehr lange geschimpft über den Plastikmüll der Kaffeekapseln. Ist es nicht so, dass die Hersteller dieser anderen Kaffeekapseln sich da schon längst Gedanken gemacht haben und etwas gleichwertiges auf den Markt bringen?", möchte Dagmar Wöhrl wissen. "Nein, haben sie nicht, denn ich suche das überall...", mischt Judith Williams sich ein. "Sind sie sicher, dass nicht irgendein Wettbewerber da ist?", hakt Wöhrl weiter nach. "Ich habe gerade letzte Woche...", möchte Williams erklären, doch Wöhrl will das nicht hören: "Lass mich mal ganz kurz zu Ende reden", sagt sie.

Williams verdreht draufhin demonstrativ die Augen, lässt aber nun die Gründer die Frage beantworten. Nein, ein vergleichbares Produkt der Konkurrenz gebe es noch nicht, erklären sie. Damit ist der Jagdinstinkt der "Löwen" endgültig geweckt. Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel und Dagmar Wöhrl tun sich zusammen. "Die hauen jetzt die Million raus", tuscheln Williams und Frank Thelen, der ebenfalls Interesse an einem Deal hat. Thelen wirft 500.000 Euro für 20 Prozent in den Ring. Maschmeyer, Dümmel und Wöhrl bieten 750.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile.

"Keine neutrale Zusammenfassung"

Judith Williams, die als einzige nicht investieren möchte, da die "rezemo"-Gründer noch keine Erfahrung mit Kosmetikverpackungen (Flüssigkeiten) haben, fasst die Angebote zusammen. "Es sind drei Löwen, die Ihnen anbieten: 750.000 Euro für 25 Prozent Ihrer Company. Oder Frank Thelen mit seinem gigantischen Netzwerk: 500.000 für 20 Prozent, aber mit der Option natürlich, jederzeit Working Capital zu besorgen."

Das will Carsten Maschmeyer so nicht stehen lassen. "Das war keine neutrale Zusammenfassung", beschwert sich der Unternehmer, "denn wir haben auch ein Netzwerk." Außerdem würde auch das Trio natürlich Working Capital zur Verfügung stellen. "Ich schmälere keinen der 'Löwen'. Nur weil ihr so extrem viel mehr Redeanteil hattet, habe ich das einfach versucht, neutral zusammenzufassen", verteidigt sich Williams. "Ne, wir haben einfach mehr Vorteile zu bieten", kontert Maschmeyer. Thelen fasst sich an den Kopf und beendet die Situation: "Überlegt sehr gut, mit wem ihr zusammenarbeiten wollt", sagt er den Gründern.

Das tun die Gründer. Und sie bleiben hart bei ihrer Firmenbewertung. Für die angebotenen 750.000 Euro sind sie nur bereit, 15 Prozent abzugeben. Das Investoren-Trio erhöht auf eine Million Euro für 20 Prozent. Dieses Angebot können die Gründer nicht ausschlagen. Clever verhandelt, finden auch Judith Williams und Frank Thelen, der sich als fairer Verlierer zeigt. 

Letztendlich war die ganze Aufregung umsonst. Wie Maschmeyer nach der Ausstrahlung bei Twitter mitteilte, sei der Deal nach den Dreharbeiten doch nicht zustande gekommen.