Die ZDF-Reportagereihe "37°" hat Nierenkranke zwischen Hoffen und Bangen begleitet, u.a. den zwölfjährigen Adrian, der dreimal in der Woche zur Dialyse muss.

18 Stunden ist Adrian jede Woche unterwegs, um von seiner Heimat Mönchengladbach nach Köln und wieder zurückzufahren. Doch der Zwölfjährige ist nicht etwa ein besonders talentierter Sportler, der von seinen Eltern zu einem Trainingscamp gefahren wird. Der Junge muss dreimal die Woche zur Dialyse, wo sein Blut gereinigt wird, denn Adrian ist schwer nierenkrank. Was das für den Alltag des Kindes und der Familie bedeutet, erzählt ein neuer Beitrag im Rahmen der ZDF-Reportagereihe "37°" mit dem Titel "Ich gebe dir meine Niere". Für den halbstündigen Film begleitete die Autorin Phillis Fermer neben Adrian auch zwei andere Nierenkranke über den Zeitraum von eineinhalb Jahren mit der Kamera.

An einen unbeschwerten Alltag ist für Adrian nicht zu denken. Wegen des Katheters, den der Mönchengladbacher permanent am Körper hat, darf er weder schwimmen noch duschen. Schwerwiegende Auswirkungen hat die Krankheit, an der er seit seiner Geburt leidet, auch auf die Ernährung. Adrian darf kein Fleisch essen und auch Gemüse, Obst und Kartoffeln sind tabu. Eine schlagartige Verbesserung würde nur eine Nierentransplantation bringen. Der Versuch von Adrians Vater, seinem Sohn eine Niere zu spenden, schlug jedoch vor Jahren fehl, und die Warteliste auf ein Spenderorgan ist lange. Allein in Deutschland hoffen mehr als 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Doch dann scheint sich für Adrian plötzlich alles zum Guten zu wenden, als seine Mutter Nicole nach zahlreichen Untersuchungen das medizinische Okay bekommt, dass ihre Niere geeignet ist. Für die Mutter wird ein Traum wahr, betonte sie doch in der Reportage schon zuvor, dass sie ihrem Sohn eine "unbeschwerte Jugend" schenken wolle. Doch es kommt noch besser, als die Familie ein Anruf erreicht, der ein passendes Spenderorgan für den Jungen bestätigt. "Im Kopf und Herz ist noch Kirmes", kann die überglückliche Nicole selbst im Krankenhaus die frohe Kunde noch kaum fassen. Es sei "wie ein Sechser im Lotto". Zwar müssen Adrians Eltern bei der Operation, die länger als erwartet dauert, noch einmal bangen. Doch es läuft alles gut und einige Monate nach der Transplantation geht für den Zwölfjährigen ein lange gehegter Traum in Erfüllung: Er kann gemeinsam mit seiner Familie im Schwimmbad plantschen.

Auch die Geschichten der beiden anderen Protagonisten von Phillis Fermers eindrücklicher Reportage sind nicht minder bewegend. Der Gelsenkirchener Thomas war sein Leben lang aktiver Fußballspieler und ging gemeinsam mit seiner Frau Mara der gemeinsamen Reiseleidenschaft nach. Weil nach einer schweren Operation seine Nieren aber mehr und mehr abbauten, war das Leben 53-Jährige fortan immer mehr eingeschränkt. Dann fasste Mara trotz anfänglicher Skepsis ihres Mannes den Entschluss, ihm eine Niere zu spenden. "Ich tue es auch ein Stück weit aus Egoismus. Ich will unser altes Leben zurück", erzählt sie im Film.

Belastend ist das Leben mit einer kaputten Niere auch für den einstigen Handwerker Manfred, dem erblich bedingte Zystennieren zu schaffen machen. Erst als sich sein bester Freund Joachim dazu entscheidet, Manfred eine Niere zu spenden, gibt es wieder Hoffnung auf ein gesundes Leben. Und tatsächlich: Die Operation glückt und mit einer gehörigen Prise Lebenslust stehen die beiden Freunde einige Monate nach der Operation gemeinsam auf dem Golfplatz.


Quelle: teleschau – der Mediendienst