26 Jahre ist es nun schon her, dass Michael Douglas als Durchschnittsbürger in einer Welt des realen Wahnsinns ausrastete. Mit "Falling Down – Ein ganz normaler Tag" gelang Regisseur Joel Schumacher die "Chronik einer pathologischen Grenzüberschreitung", wie er selbst sagte. Viele Szenen des Films seien "Schaubilder für den alltäglichen urbanen Verfall". kabel eins wiederholt den modernen Klassiker nun zur Primetime.

Douglas spielt "D-Fens", ein Name, der sich auch auf dem Nummerschild seines Wagens wiederfindet, als er zu Beginn des Films in einen vermeintlichen normalen Stau gerät. Doch dann überfällt es den Biedermann: Kinder starren ihn aus Autofenstern an, daneben Garfield. Qualm durchzieht die Luft, tausende von Aufklebern entdeckt er, die ihn mit ihrer Unsinnigkeit aufregen, und die Ungeduld der Menschen im Stau tut ein Übriges. D-Fens, später wird er in den Polizeiakten als Bill Foster geführt, hat genug, steigt aus und wehrt sich fortan gegen alle Perversionen der Großstadtgesellschaft, die der Normalo längst akzeptiert hat. Ein Amokläufer, für den der Betracher bald Sympathien hegt.

Schumacher führt auf skurril-witzige, aber auch brutale Weise die Absurdität des Alltags vor Augen. Dabei war "Falling Down" von Kulissen und Umfeld her ein eindeutig amerikanischer Film. Während in den Staaten eine heiße Diskussion ausgelöst wurde, ob es sich nun um eine faschistische Gewaltverherrlichung oder eine böse Satire handelte, sah sich Deutschland kaum betroffen. Weder hier noch dort gab es allerdings Diskussionen um die schauspielerische Leistung von Michael Douglas, der als wütender Aufständischer eine exzellente Vorstellung abgab.


Quelle: teleschau – der Mediendienst