Kann man Hannes Jaenicke eigentlich als den deutschen Leonardo DiCaprio bezeichnen? In einer Vergleichskategorie trifft dies auf jeden Fall zu: Beiden liegt die Umwelt sehr am Herzen. DiCaprio engagiert sich schon seit Jahren für den Tier- und vor allem für den Klimaschutz. Jaenicke hingegen widmet sich hauptsächlich dem Fortbestand bedrohter Tierarten. Der überzeugte Umweltaktivist dreht seit genau zehn Jahren Naturdokus fürs ZDF.

Unter dem Motto "Im Einsatz für..." setzte sich der streitbare 58-Jährige schon für Orang-Utans, Haie, Nashörner und Eisbären ein. Zur Jubiläumsfolge Nummer Zehn begab sich Jaenicke nun unter anderem auf den afrikanischen Kontinent. Diesmal will er den Sprintkönig unter den Landsäugetieren porträtieren – das ZDF zeigt Jaenicke zu später Stunde "Im Einsatz für Geparden".

Nur noch 7.000 Geparden leben derzeit weltweit in Freiheit – Tendenz sinkend. Selbstverständlich ist dieser niedrige Bestand unmittelbar mit dem Eingriff des Menschen in Flora und Fauna verknüpft: Bevölkerungswachstum, Armut, Raubbau, Wilderei und Umweltverschmutzung wirken sich negativ auf das globale Ökosystem aus. Mit der neuen ZDF-Doku (Regie: Eva-Maria Gfirtner und Judith Adlhoch) will Hannes Jaenicke erkunden, was die konkreten Gründe für den dramatischen Rückgang der Geparden-Bestände sind.

Dafür besucht er Dr. Laurie Marker in Namibia. Mit ihrer Organisation, dem Cheeta Conservation Fund, gelingt es ihr dort seit über drei Jahrzehnten, für eine stabile Geparden-Population zu sorgen. Auch nach Südafrika verschlägt es den beliebten Schauspieler. Hier leben die majestätischen Tiere in einem riesigen Naturreservat. Dieser menschliche Eingriff bringt viele Vorteile: Das Gebiet ist umzäunt und unterliegt einer ständigen Aufsicht, die Tiere leben von der Außenwelt abgeschottet und geschützt. Sind solche eingegrenzten Gebiete unabdingbar, um das Überleben verschiedener Tierarten zu sichern, wie Reservatleiter Les Carlisle behauptet?

Ein hauptsächlicher Grund für den drastischen Rückgang der Bestände ist der florierende, illegale Handel mit Geparden. Über Schmuggler werden Jungtiere beispielsweise nach Saudi-Arabien gebracht – dort gilt die Raubkatze als Statussymbol und findet sich auf zahlreichen Bildern in den Sozialen Medien wieder. Doch Jaenicke recherchiert auch in Deutschland: Denn hierzulande ist die Haltung von Geparden absurderweise sogar in Privathaushalten gestattet – unter gewissen Bedingungen.

In rund 45 Minuten gelingt den Machern ein eindrucksvolles Plädoyer für den Umwelt- und Naturschutz im Allgemeinen und eine intensive Auseinandersetzung mit dem Schicksal des Geparden im Speziellen. Jaenickes Resümee fällt folgendermaßen aus: "Wir reden immer von Raubtieren, Nutztieren, Schadtieren, Beutetieren, Haustieren – aber alle diese Definitonen werden von uns Menschen gemacht. Dabei ist jedes Tier Teil der Natur und deshalb schützenswert."


Quelle: teleschau – der Mediendienst