Fernseharzt Eckart von Hirschhausen lebt zwei Tage in einem Hospiz in Bochum. Die Menschen dort wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. Was haben sie und ihre Angehörigen den "Alltagslebendigen" mitzuteilen? Wie schaffen die Bewohner der Sterbevilla ihre letzten Meter? Eine würdige, anrührende und mitunter fast leichte Annäherung an den Tod – zur besten Sendezeit.

Der Tod zur besten Sendezeit – und das nicht etwa im Krimi! Es ist schon gewagt – und löblich, dass die ARD ihrem Publikum zutraut, sich zwischen 20.15 Uhr und 21 Uhr in der Doku "Hirschhausen im Hospiz" mit dem Sterben zu beschäftigen. Zwei Tage verbringt der begabte Menschenfänger Eckart von Hirschhausen in einem Bochumer Sterbehaus.

Hier liegen – in freundlicher und stiller Atmosphäre – Menschen, die wissen, dass sie nur noch wenige Tage oder Wochen zu leben haben. Wie schlimm ist es für die "Gäste", dass sie sich hier auf ihrer letzten Station befinden? Hirschhausen – Arzt, Komiker, Moderator, Bestsellerautor und Tausendsassa des Lebens – begegnet dem Tod auf einfühlsame und trotzdem positive Weise. Überraschenderweise eine Gemütslage, die in der alten Hospiz-Villa mit parkähnlichem Garten nicht ungewöhnlich ist.

Am bewegendsten sind die Gespräche mit den Sterbenden und ihren Angehörigen auf der Bettkante. Einer Sterbenden, vielleicht Mitte 40 und noch völlig klar im Kopf, kommen die Tränen, weil sie sich um ihren zwölfjährigen Sohn sorgt. Es sind Momente, in denen man als Zuschauer schlucken muss. Vor allem, weil die Doku immer wieder deutlich macht, dass Sterben nichts ist, was nur die anderen betrifft.

Eine Stärke der Doku zum Thema, das die meisten gerne meiden, ist die Hirschhausen-typische, spielerische Aufklärung über den Tod. Schaubilder und Grafiken zeigen, wie das Sterben "funktioniert". In welcher Reihenfolge stellt der Körper seinen Dienst ein? Was von uns lebt noch am längsten? Es sind überraschenderweise die Augen. Gleichzeitig laufen zwei gutgelaunte Jung-Reporter im Auftrag Hirschhausens durch große deutsche Städte, um Menschen in Särgen probeliegen zu lassen oder ihnen mit einem erfahrenen Palliativmediziner einen Schnellkursus in "letzter Hilfe" zu verabreichen.

Dabei ist es interessant, wie viel lächelnde Irritation das Thema Tod und die eher "leichte" Herangehensweise der Straßentester bei den angesprochenen Personen auslösen. Eckart von Hirschhausen tritt eine Woche später, am Montag, 23. September, 20.15 Uhr, noch für eine zweite Dokumentation aus schwierigen Gefilden in den Ring. "Hirschhausen im Knast" lautet der Name des zweiten Teils eines engagierten und emotional wie rational durchaus erhellenden Projektes.

Was Eckart von Hirschhausen selbst zu den Dreharbeiten im Hospiz sagt, lesen Sie hier im Interview.


Quelle: teleschau – der Mediendienst