Horst Lichter hat den Kochlöffel abgelegt. Warum, erzählt er im Interview. Zudem spricht er über seine eigentliche Leidenschaft: Oldtimer.

Mit seiner Trödel-Show "Bares für Rares" kommt Horst Lichter ins ZDF-Abendprogramm. An zwei Donnerstagen (15. Juni, 13. Juli) präsentiert er um 20.15 Uhr zusammen mit Steven Gätjen Trödler, Händler und Musik von einem Schloss im Bergischen Land. Die Zutaten der Show sind bewährt: Fundstücke aus heimischen Kellern oder der Garage, Kuriositäten und ihre Geschichten und natürlich hartes Verhandeln mit Lachen, Tränen und manchen Überraschungen.

"Bares für Rares" ist, wenn man so will, eine Rückkehr zu Ihren Ursprüngen. Sie waren ja immer schon ein Jäger und Sammler ...

Ja, ich mache jetzt das, was ich tun möchte. Ich liebe zum Beispiel altes Spielzeug. Da hängen so viele Geschichten dran. Und natürlich alles rund ums Auto und um das Motorrad. Motorräder und Oldtimer sind das Blut in meinem Körper. Vor allem sammele ich aber Menschen, ihre Lebenserfahrung und ihre Geschichten. Das ist das Größte.

Haben Sie in der Show auch schon Dinge für sich entdeckt?

Ständig! Ich dürfte kein Händler sein (lacht), dann wäre ich wohl ganz schnell platt. Wenn mir etwas außerordentlich gefällt, verhandele ich aber anschließend mit den Händlern, nicht mit den Verkäufern. Aber eigentlich darf ich das nicht. Denn dann bekomme ich zu Hause was auf die Finger (lacht).

Was waren die wertvollsten Stücke, die in Ihrer Sendung den Besitzer wechselten?

Das Teuerste in der Sendung war ein Borgward, der für 35.000 Euro den Besitzer wechselte. Das für mich Wertvollste war eine Goldmünze aus dem Jahre 1670, die dem Verkäufer 25.000 Euro einbrachte. Da mussten alle Händler der Sendung zusammenlegen.

Den Kochlöffel haben Sie aus der Hand gelegt?

Ich liebe das Kochen nach wie vor. Vor allem, weil es mich mit Menschen zusammenbringt. So gesehen war das Kochen für mich auch immer Mittel zum Zweck. Und ich liebe gutes Essen, aber zu Hause kocht meine Frau. In den Kochshows im TV war mir die Leichtigkeit ein wenig abhandengekommen, ich empfand mich nicht mehr als authentisch.

Gibt es nach all den Kochbüchern und TV-Auftritten ein Lieblingsgericht?

Es gibt immer noch so viele bodenständige, ehrliche Dinge zu probieren. So wichtig die Sterne-Küche auch ist, Kartoffeln machen mich glücklich, insbesondere als Püree. Dazu eine leckere Sauce oder etwas Spinat, mehr brauche ich nicht.

Koch, Moderator, Entertainer, Buchautor: Die Schublade, in die Sie passen, muss erst noch erfunden werden, oder?

Dabei ist es ganz einfach: Menschen sind etwas Wunderbares. Ich liebe, wie gesagt, die Menschen. Und ich möchte den Menschen mit meinem Tun einfach ein gutes Gefühl geben. Ich bin ein Geschichtenerzähler, der das Publikum gut unterhalten möchte. Ich mag es, wenn die Menschen lachen, sie offen, ehrlich sind und keine Berührungsängste haben. Das ist mein Antrieb.

Was wäre wohl geschehen, wenn der WDR nicht 1999 an die Tür Ihres ersten Restaurants, der "Oldiethek", geklopft hätte?

Mit Mitte 40 habe ich mir noch gedacht, dass ich mit 65 schuldenfrei in Rente gehen möchte. Heute sitze ich mit Mitte 50 auf der Bank vor dem Häuschen und kann darüber philosophieren, was ich doch letztlich für ein Glück gehabt habe. Die Zipperlein, die jetzt so langsam kommen, erinnern mich daran, wie demütig man gegenüber seinem Leben sein muss. Ich genieße die Bühne. Aber das Rampenlicht brauche ich für ein glückliches Leben nicht.

Matthias M. Machan führte das Interview.