Um dieses Biopic über den berühmten Freiheitskämpfer Nelson Mandela (Idris Elba) zu vollenden, brauchte es 35 Millionen Dollar, 34 Drehbuchfassungen und 16 Jahre Arbeit. Herauskam "Mandela: Der lange Weg zur Freiheit" (2013), ein bewegendes und stark besetztes Drama, welches das ganze Leben Mandelas beleuchten soll. Das Erste strahlt den mitreißenden Film anlässlich des 100. Geburtstags des südafrikanischen Helden aus, der vor fünf Jahren ausgerechnet am Tag der Weltpremiere mit 95 Jahren verstarb. So liebens- und sehenswert der Versuch auch daherkommt – eines ist sicher: Mandelas Leben war zu vielfältig, als dass es in nur einem Film schlüssig erzählt werden könnte.

Bereits einige namhafte Schauspieler schlüpften in Filmen über bestimmte Abschnitte aus Mandelas Leben in dessen Haut, etwa Morgan Freeman in Clint Eastwoods "Invictus - Unbezwungen" (2009) und Dennis Haysbert in Bille Augusts "Goodbye Bafana" (2007). Doch die Wahl fiel auf Idris Elba: Der vielseitige Musiker und herausragende Darsteller ("The Wire", "Avengers") ähnelt Mandela zwar kaum. Dennoch gelingt es ihm innerhalb weniger Filmminuten, die vor Tatkraft, Unbeirrbarkeit und Würde strotzende Persönlichkeit Mandelas zum Leben zu erwecken.

Zwischen den einzelnen Epochen von Mandelas Werdegang klaffen – trotz einiger geschickt eingesetzter historischer Originalaufnahmen – riesige Lücken, sodass die Einordnung in den historischen Zusammenhang schwerfällt. Wie sich der ehemalige Guerillakämpfer im Gefängnis zu einem beinahe übermenschlichen Vorbild für Gewaltlosigkeit und Vergebung entwickelte, lässt sich dadurch leider nicht wirklich verstehen.

Der filmische Gewaltmarsch führt von der in wenigen Minuten abgehandelten Kindheit des 1918 geborenen Mandelas ins Johannesburg der frühen 1940-er, wo er als Anwalt arbeitet und bereits erste Kontakte zum African National Congress knüpft. Es folgen schnell die Phase der Radikalisierung im Kampf gegen die Apartheid, Mandelas Ergreifung, die jahrelange Haft auf Robben Island und seine bedingungslose Begnadigung.

Einen Schwerpunkt setzt der Film auf Madibas – so der Clanname Mandelas – Beziehung zu der Sozialarbeiterin Winnie Madikizela, die seine zweite Ehefrau werden sollte. Geschickt mit Naomie Harris besetzt, bekommt der Zuschauer rasch ein Gefühl für den brodelnden Stolz dieser von den Weißen endlos schikanierten und gedemütigten Frau.


Quelle: teleschau – der Mediendienst