Auch Bestatter müssen irgendwann sterben. Aber war es bei diesem wirklich ein natürlicher Tod, wie Hausärztin und Gerichtsmediziner meinen? Die Münchner Kripo ermittelt.

Eigentlich scheint die Arbeit des Münchener Kripo-Trios Schaller (Alexander Held), Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Flierl (Bernadette Heerwagen) schon getan, bevor sie angefangen hat. Denn der Bestatter Thallinger ist ohne Zweifel eines natürlichen Todes gestorben. Das bestätigt nicht nur die Hausärztin des Toten, sondern auch der Gerichtsmediziner. Weil aber die Tochter des Verstorbenen, Eva (Johanna Ingelfinger), nicht so recht an das natürliche Ableben ihres herzkranken Vaters glaubt, gehen die Großstadt-Sheriffs auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Kriminaloberrat Helmut Zangel ("quer"-Moderator Christoph Süß) soll's recht sein, schließlich sieht der sich in der ZDF-Krimireihe "München Mord" einfach viel zu gerne auf der Titelseite. Ob das auch im zehnten Fall "Was vom Leben übrig bleibt" klappt?

Wie es der Titel schon vermuten lässt, spielt der Tod eine zentrale Rolle – bei einem Krimi so weit nicht ungewöhnlich. Doch statt Mord und Totschlag sind es philosophische Fragen, die vor allen Dingen die gutmütige Kommissarin Flierl umtreiben. Was bleibt von ihr nach ihrem Tod? Und wer würde eigentlich auf ihre Beerdigung kommen? Bei ihren männlichen Kollegen sucht Flierl jedoch vergeblich nach Antworten. Alles, was ihr Neuhauser flapsig entgegnet, ist: "Tot sein, ist wie deppert sein. Alle anderen merken's, du selber merkst nix." Das war es aber dann auch schon mit dem Wortwitz, der in der Münchener-Krimi-Reihe bisher eigentlich zur festen DNA gehörte.

Der Fall – so viel darf verraten werden – ist sehr klassisch geraten. Ungereimtheiten gibt es in der nach außen hin harmonisch erscheinenden Familie Thallinger zuhauf. Wie sich bald herausstellt, führte Josef, der Tote, die Familie wie das Unternehmen mit großer Autorität. Entscheidungen, die der Familienpatriarch traf, galten als gesetzt – egal ob das den Rauswurf des Azubis und Freundes der Familie, Ignaz (Helgi Schmid), bedeutete oder das zerrüttete Verhältnis zu Sohn Adam (David Tobias Schneider).

In Trümmern lag auch die Beziehung Josefs mit Ehefrau Maria (Inka Friedrich), die sich lieber in eine innige Freundschaft mit Schönheitschirurg Dr. Quirin Werner (Bernhard Schir) stürzte. Dann kommt auch noch ein gut gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, und die Kripo-Spürnasen finden heraus, dass der Bestatter mit Formaldehyd um die Ecke gebracht wurde,

Im Film von Jan Fehse gibt es also viel aufzuarbeiten für die Münchener Kripo. Mit großem Eifer ist erneut Alexander Held als grantelnder Kommissar Schaller am Werk. Engagiert versetzt er sich in die letzten Momente des Toten hinein – samt formvollendetem Sturz kurz vor dem Exodus. So wirklich zünden will der Krimi beim zehnten Einsatz der Truppe aus der bayerischen Landeshauptstadt aber trotzdem nicht. Zu wenig Lokalkolorit, zu brave Dialoge – alles in allem ist "Was vom Leben übrig bleibt" nur Krimi-Durchschnitt.

München Mord – Was vom Leben übrig bleibt – Sa. 14.03. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH