Das Biopic über den russischen Jahrhundert-Tänzer Rudolf Nurejew wurde komplett auf Russisch gedreht. Doch ausgerechnet in der Heimat das Ballet-Stars wird er Film zensiert, wie Regisseur Ralph Fiennes berichtet.

Der russische Ballettstar Rudolf Chametowitsch Nurejew (1938 bis 1993) galt als bester Tänzer des Jahrhunderts – und er war schwul. Eine Tatsache, die Star-Schauspieler Ralph Fiennes ("Der englische Patient") in seiner neuesten Regiearbeit "Nurejew - The White Crow" (Kinostart: 26.09.) nicht unter den Teppich kehren wollte, was ihm jedoch Ärger mit dem wohl interessantesten Markt für das auf Russisch gedrehte Biopic einbrachte, Nurejews Herkunftsland Russland.

Konkret geht es um zwei Szenen, die der amerikanische Disney-Konzern, der den Film in Russland vermarktet, herausgeschnitten hat. Zum einen geht es um eine Bettszene mit zwei Männern, zum anderen eine Einstellung, in der der deutsche Schauspieler Louis Hofmann ("Dark") von vorne nackt zu sehen ist. Wie Fiennes im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau berichtete, war ihm vom Disney-Konzern zugesichert worden, die "nackte" Original-Version könne in Russland bei Abendvorstellungen, die dann "ab 16" seien, gezeigt werden.

Wie eine private Recherche Fiennes ergab, waren die expliziten Szenen dann wohl aber doch in sämtlichen Vorstellungen herausgeschnitten. "Offenbar hatte man den russischen Kinos meine Version angeboten, die wollten sie aber nicht zeigen"; vermutet der 56-jährige Lord Voldemort-Darsteller aus den Harry Potter-Filmen. "Ich weiß nicht, was wirklich passiert ist – ob das russische Kultusministerium sich eingemischt hat und gesagt hat, dass das nicht akzeptabel sei. Auch in arabischen Ländern oder in China wird die Szene rausgeschnitten werden. Das muss man leider akzeptieren."

Rückblickend, so Filmemacher Fiennes, würde er sich wünschen, er hätte "noch ein bisschen mehr von Nurejews Homosexualität gezeigt – und wie glücklich er damit war."


Quelle: teleschau – der Mediendienst