Zur Eröffnungsparty schlich ein Leopard durch den Laden in der Maximilianstraße: Rudolph Moshammer, der 2005 ermordete Münchner Mode-Zar, hatte schon immer einen Hang zu extravaganten Auftritten. Anlässlich des Biopics "Der große Rudolph" (ARD, Mittwoch, 19. September, 20.15 Uhr) zeigt das BR-Fernsehen ein "Lebenslinien"-Porträt über den 1940 geborenen Modemacher.

Der berührende Film von Stefanie Illinger lässt Weggefährten zu Wort kommen, vor allem aber Moshammer selbst: 2001 porträtierte ihn die "Lebenslinien"-Reihe schon einmal; in einem ausführlichen Interview sprach "Mosi" damals ganz offen über seine "wunderschöne Kindheit", seine geliebte Mutter und seine ambivalente Sexualität.

Vor allem macht der Film deutlich, dass der am 27. September 1940 in München geborene Rudolph Moshammer mehr war als nur eine schillernde Szenegestalt. "Freude geben, Freude empfangen, das war sein Traum", sagt die Gesellschaftskolumnistin Marie Waldburg.

Besonders am Herzen lagen dem Mann, der stets in Begleitung seines Yorkshire Terriers Daisy auftrat, die Münchner Obdachlosen. Moshammers Vater selbst starb einst ohne Dach über dem Kopf. "Er war extravagant, aber nicht abgehoben", erinnert sich einer der Obdachlosen, die Rudolph Moshammer unterstützte. Der Modemacher selbst sah das ähnlich: "Ich bin einfach Moshammer."


Quelle: teleschau – der Mediendienst