Das ZDF haucht dem Märchen der Gebrüder Grimm neues Leben ein. Der bildgewaltige Film ist im Rahmen der "Märchenperlen" zu sehen.

Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen findet Schneewittchen (betörend: Tijan Marei) auch in der Neuverfilmung ihre Zuflucht. Frei nach dem berühmten Märchen der Gebrüder Grimm zeigt "Schneewittchen und der Zauber der Zwerge" aber auch, dass man einer allseits bekannten und vielfach erzählten Geschichte immer noch einen frischen Hauch schenken kann. Im Rahmen der ZDF-"Märchenperlen" ist das Regiedebüt des mit dem Deutschen Fernsehpreises dekorierten Kameramanns Ngo The Chau ("Zum Sterben zu früh") nun zu sehen.

Der in Hanoi in Vietnam geborene Chau setzt vor allem auf die Aussagekraft starker Bilder. Als Kulisse dienten ihm unter anderem die imposante Burg Pern?tejn in Tschechien. Sein zudem an zahlreichen Naturmotiven gedrehte Märchenfilm erreicht opulente Kino-Qualität, wenn Schneewittchen beispielsweise durch einen wunderbar in Herbstgold eingefangenen "Zauberwald" streift, in dem das Licht der Sonne sich beeindruckend spiegelt.

Tijan Marei ("4 Blocks") als Schneewittchen ist es, die das Ganze zu einem kleinen Ereignis macht. Vor allem weil sie sich nicht etwa wie in einer Disney-Variante als zuckersüße Schönheit zeichnen lässt. Wenn sie sich wie eine Ninja-Kämpferin gleich zu Beginn aus einem Turm in spektakulären Drehungen abseilt, nur um dem alten Burgschmied (Armin Rohde) tatkräftig zur Hand zu gehen, wird schnell klar, mit diesem Mädchen ist nicht zu spaßen. Ihr ewiges Duell, wer denn nun die "Schönste im ganzen Land" sei, bekommt sogar eine gute Prise Action, wenn Schneewittchen zum Kampf gegen eine überzeugend böse Königin (Nadesha Brennicke) ruft oder sich zum Erstaunen der sieben Zwerge sogleich erfolgreich mit dem gefürchteten Riesen Gorlogg (Radek Patak) anlegt.

Chaus "Schneewittchen" im erfrischend neuen Gewand vereint so die Würde des bekannten Märchens mit schnellen modernen Blickwinkeln. Einige Auszeichnungen erhielt der Film, geeignet durchaus für Jung und Alt, bereits. Er wurde als "Best Feature Film" beim San Diego International Kids Film Festival ausgezeichnet und bekam den Publikumspreis des Fabulix Märchenfilmfestivals 2019.


Quelle: teleschau – der Mediendienst