Free-TV-Premiere

"Simpel": Frederick Lau und David Kross spielen groß auf

von Gabriele Summen

Markus Gollers Tragikomödie "Simpel" besticht durch hervorragende Darsteller und ein gut durchdachtes Drehbuch. Das Zweite zeigt den Film mit Frederick Lau und David Kross nun als Free-TV-Premiere.

ZDF
Simpel
Drama • 30.07.2020 • 23:15 Uhr

Deutscher Filmpreis für seine Nebenrolle in "Die Welle", ein weiterer für seine Hauptrolle in "Victoria" und obendrauf noch der Grimme-Preis für seine Darbietung in "Neue Vahr Süd": Mit gerade 30 Jahren gehört Frederick Lau schon länger zur ersten Schauspielerriege Deutschlands. Ausgezeichnet wurde er auch für Markus Gollers Tragikomödie "Simpel" (2017), die das ZDF nun als Free-TV-Premiere zeigt. Darin verkörpert der Berliner herausragend einen jungen Mann, der seinen geistig behinderten Bruder über alles liebt, darüber aber sein eigenes Leben vergisst. Gemeinsam mit David Kross erhielt Lau dafür den Bayerischen Filmpreis.

Kross wiederum verkörpert den Bruder mit dem kindlich-sonnigen Gemüt, den alle Simpel rufen. Vergleiche mit Leonardo DiCaprio in "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" und Dustin Hoffman als "Rain Man" braucht der hochtalentierte Schauspieler, der dem kognitiv beeinträchtigten Mann eine faszinierende Persönlichkeit verleiht, nicht zu scheuen.

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Anders als in der Vorlage, dem gleichnamigen Roman der französischen Autorin Marie-Aude Murail, der unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann, rücken Goller ("Friendship!") und sein Drehbuchautor Dirk Ahner spannenderweise die anrührende Beziehung der unzertrennlichen Brüder in den Mittelpunkt. Zudem verlegten sie die Geschichte erfolgreich von Paris nach Hamburg, das Gollers Stamm-Kameramann Ueli Steiger atmosphärisch einzufangen weiß.

Auf der Flucht mit Monsieur Hasehase

Nach dem Tod ihrer alleinerziehenden Mutter müssen die erwachsenen Deichkinder Ben und Simpel nämlich in die Hansestadt reisen. Ben will dort seinen Vater (großartig: Devid Striesow), der mit seinem behinderten Sohn nie zurechtkam und sich in Hamburg lieber eine neue Familie zulegte, dazu bringen, Simpels Heimeinweisung zurückzunehmen. Ihr ist Simpel nur entgangen, weil sein kleiner Bruder in einer Kurzschluss-Handlung einfach das Polizeiauto stahl, mit dem er in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung gebracht werden sollte. Seitdem befinden sich die beiden Brüder gemeinsam mit Simpels Alter Ego, dem Stofftier Monsieur Hasehase, auf der Flucht.

Bens aufopferungsvolle Liebe gegenüber seinem Bruder, die aufgrund der außergewöhnlichen Performance von Frederick Lau so authentisch wirkt, lässt den Zuschauer das ein oder andere Mal zum Taschentuchzipfel greifen. So folgt man Ben, Simpel und natürlich auch Monsieur Hasehase gebannt bis zum Schluss, wenn die beiden ungleichen Brüder, die nur das Beste für den jeweils anderen wollen, entscheiden müssen, wie sie weiterleben wollen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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