Zwischen Orangen-Fenchel-Salat, Jakobsmuscheln und Risotto hat sich Frank Rosin ordentlich im Ton vergriffen. Der Fernsehkoch bezeichnete am Mittwochabend bei "The Taste" seine Kollegin Cornelia Poletto als süß. War das ein misslungener Flirt vor der Kamera? Dabei ging es eigentlich nur um ein mehr oder weniger misslungenes Gericht, das Kandidatin Marlene beim Solo-Kochen zum Thema "Fish and Friends" für ihren Löffel zubereitet hatte.

"Schmeckt mir nicht", urteilte der Juror Frank Rosin lapidar. "Das ist mir zu bitter." Die Jurorin Cornelia Poletto widersprach: "Ich fand's eher süß als bitter." Woraufhin Rosin konterte: "Du bist süß, aber nicht der Löffel." Nun ist Rosin, der seit der ersten Staffel dabei ist, für seine krawallige Art und markigen Sprüche bekannt. Dass er die erfahrene Sterneköchin und einzige Frau in der Jury von "The Taste" mal eben mit einem Seitenhieb als ebenso niedlich wie unwissend abstempelt: Geschenkt. Cornelia Poletto hat dann auch lieber verdattert auf den Boden geschaut und laut ausgeatmet.

Frank Rosin erfindet das Wort Rampensau neu

Auch sonst feilte Rosin am Mittwochabend wieder an seinem Image als Draufgänger. Besonders schön anzusehen: Als sein Mikrofon nicht mehr ging, ließ er für den an seinem Hemd nestelnden Techniker mal eben die Hose herunter. Dieser Mann hat das Wort Rampensau neu erfunden. Dafür kann er beherzt entscheiden. Und das muss in hektischen Großküchen eine wichtige Eigenschaft sein. Kurzerhand entschied Rosin, dass beim Team-Kochen mit den Zutaten Hummer, Goldforelle, Wolfsbarsch und Tintenfisch der Kandidat Michi den Löffel für sein Team stellt. Da hatte er die Gerichte auf den Löffeln der anderen, nun etwas pikierten Teammitglieder noch gar nicht probiert.

Rosin lag mit dieser Entscheidung für Michi richtig: Gastjuror Hans Neuner befand Michis Löffel für würdig, das Team eine Runde weiter zu befördern. Beim Solo-Kochen war der 27-Jährige anschließend so gut, dass er gleich zwei goldene Sterne erhielt. Ob er die Show am Ende noch gewinnt? "Bis jetzt hab ich nicht daran geglaubt, aber ab heute sehe ich es auch so", lobte Juror Roland Trettl den Hobbykoch.

Bei den Zuschauern kommen jetzt Algen auf den Teller

Überhaupt bewies diese Sendung, dass mit dem richtigen Händchen für Komposition vieles möglich ist. Einen pieksigen Seeigel essbar zu machen, zum Beispiel. Es sei denn, der gerät vom Geschmack her etwas metallisch. Oder mit den Worten von Frank Rosin: "Als wenn ich ein 20-Cent-Stück lutsche." Algen kommen ab jetzt bei allen Zuschauern, die die Rezepte aus der Show zu Hause fleißig nachkochen, auch auf den Teller. Und zwar in den verschiedensten Variationen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Kandidatin Lisa brachte Frank Rosin mit einer ihrer Kreationen am Mittwoch sogar zum Lachen. "Das ist so ein Mango-Joghurtbecher mit Jakobsmuschel", analysierte Rosin.

Der Zwischenstand für die Teams nach der dritten Folge am Mittwoch: Joel aus dem Team von Cornelia Poletto hat beim Solo-Kochen den besten Löffel kreiert und ist damit trotz eines roten Sterns glimpflich davon gekommen und am nächsten Mittwoch wieder mit dabei. Neben Michi erhielten auch Hansjörg und Tarek einen goldenen Stern – letzterer für ein Gericht, das die Jurorin Poletto irritiert als "Erdbeertoast mit Jakobsmuschel" bezeichnete. Rote Sterne für misslungene Löffelkreationen verteilten die Juroren an Hansjörg, Marc, Joel und Chris. Neu ist, dass die mit einem roten Stern bedachten Köche in einer finalen Runde vom Gastjuror bewertet werden und nur einer von ihnen die Show verlassen muss. Hier hatte Chris mit einer sandig schmeckenden Muschel das Nachsehen und flog. Na dann, guten Appetit!