Das mit der Kindererziehung ist so eine Sache: Jan (Heiner Lauterbach) will ein lässiger Vater sein. Seiner Tochter Julia (Paulina Rümmelein) hat er zum 17. Geburtstag eine Karte für ein Konzert in Verona geschenkt. Das gefällt der kontrollsüchtigen Mutter Ulla (Veronica Ferres) überhaupt nicht – nur selten ist sie derselben Meinung wie ihr Gatte. Nicht umsonst sind die Richterin und der verdeckte Ermittler im Begriff, sich scheiden zu lassen.

Selbstverständlich hat das liebe Töchterlein seine ganz eigenen Vorstellungen vom Kurztrip nach Norditalien. Irgendwann sehen sich die zerstrittenen Eltern dann sogar gezwungen, ihr hinterherzureisen – nichtsahnend, dass ihnen Falschgeld untergejubelt wurde! Ein Chaos-Roadtrip nimmt seinen Lauf... Auf dem Papier ganz lustig, aber im Endeffekt ziemlich uninteressant: Die Liebeskomödie "Unzertrennlich nach Verona" ist am Mittwochabend in der ARD zu sehen.

Julia? Verona? Da klingelt's doch! Schließlich spielt die größte Liebesgeschichte aller Zeiten in der norditalienischen Stadt. Gemeint ist William Shakespeares Drama "Romeo und Julia". Im TV-Film "Unzertrennlich nach Verona" (Regie: Andreas Herzog, Drehbuch: Uli Brée) dreht sich die Handlung nun ebenfalls um die Liebe und die Stadt in Venetien. Julia hat sich nämlich vor Ort zu einem Blind-Date verabredet. Begleitet wird sie von einem befreundeten Pärchen, das sich gleich zu Beginn der Reise in die Haare kriegt. Abgerundet wird das Ganze durch Ulla und Jan. Die schaffen es nämlich – große Überraschung – das längst erloschene Feuer der Liebe erneut zu entfachen.

Soweit so uninspiriert. "Unzertrennlich nach Verona" hätte mit geschliffenen Screwball-Dialogen ein großer Spaß werden können. Weil Drehbuch und Inszenierung jedoch abgedroschene Gags und nervige Charaktere bevorzugen, ist die Liebeskomödie nur leidlich unterhaltsam. Die Handlung wirkt überkonstruiert, kann aber zumindest mit einem turbulenten Schlussakt punkten. Allerdings muss man bis dahin viel Unsinn ertragen. Wie zum Beispiel völlig deplatzierte sexuelle Anspielungen und die klischeehaften Kabbeleien des Noch-Ehepaars.

Immerhin sorgt das Falschgeld-Fiasko für vergnügliche Momente – trotz unglaubwürdiger Ausgangssituation: Aufgrund von privaten Streitereien hatten die Richterin und der Polizist die Festnahme eines Gangsters verbockt. Dieser rächt sich dann durch die Platzierung des Falschgelds in Jans Auto – hui, wie frech! Damit haben die Macher wohl den freundlichsten Schurken der TV-Geschichte konzipiert. Dass der Film kein deutscher "96 Hours" wird, war klar, aber ein wenig mehr Bedrohung und Fallhöhe hätten sicher nicht geschadet.

So jedoch erscheint das Verhalten des Bösewichts schlicht blödsinnig – wie so vieles in der enttäuschenden TV-Rom-Com. "Das Problem mit dem Blödsinn ist, dass ausgerechnet der am meisten Spaß macht", sagt Jan an einer Stelle. Hätte er "Unzertrennlich nach Verona" gesehen, wäre er bestimmt anderer Meinung. Ach, und noch was: Ein einzelnes Mitglied der Mafia nennt man Mafioso und nicht Mafiosi. Der Duden hilft!


Quelle: teleschau – der Mediendienst