Laut eines Berichts der Drogenbeauftragen der Bundesregierung ist etwa jeder sechste Todesfall in Deutschland auf das Rauchen zurückzuführen. "Ich finde, das ist ein extrem starker Motivationsfaktor", sagt Jenke von Wilmsdorff. Der Reporter steht in einer neuen Folge von "Das Jenke-Experiment" (Montag, 8. Oktober, 20.15 Uhr, RTL) vor seiner nach eigener Aussage wohl härtesten Prüfung, denn diesmal will er seine eigene Sucht besiegen.

Der 52-Jährige ist starker Raucher. Und das – bis auf einige Pausen – bereits seit 37 Jahren. Nach vielen bislang gescheiterten Versuchen im Kampf gegen seinen ganz persönlichen Dämon schöpft der TV-Journalist nun neue Hoffnung. Mithilfe auch ungewöhnlicher Methoden, darunter der Besuch eines Schamanen aus dem Regenwald, will von Wilmsdorff endlich ausgequalmt haben. Die Erfolgschancen nach dieser langen Reise: überschaubar. Was der Reporter im Kampf gegen den Qualm besser machen sollte, weiß Dr. Stefan Frädrich. Der TV-Coach, Dozent und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nikotinprävention, beriet von Wilmsdorff bei seinem Selbstversuch.

Sie wollen wie Jenke von Wilmsdorff mit dem Rauchen aufhören? Dann hier ein paar erschreckende Fakten zur Einstimmung: Insgesamt verursacht das Rauchen nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt laut Deutschem Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn des Tabakkonsums. Dabei spielt es auch eine Rolle, wie stark ein Mensch raucht. Ein Starkraucher stirbt im Schnitt zehn Jahre früher als ein Nichtraucher.

Das Verrückte ist, viele wollen mit dem Rauchen aufhören. Aber es gelingt ihnen nicht. Auch wenn das Gesundheitsrisiko bekannt und sehr hoch ist, bleibt die Angst vor dem Krebs eher abstrakt. Ihr Motto: Mich wird es schon nicht treffen. Der TV-Coach, Dozent und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nikotinprävention, Dr. Stefan Frädrich, sieht den Hauptgrund für das Rauchen vor allem in einer fatalen Kettenreaktion. Er erklärt: "Als Raucher denke ich: Die Zigaretten entspannen mich, ich brauche die zum Nachdenken, ich kann nicht ohne. Und so führt die erste Zigarette zur zweiten, zur dritten, zur vierten und so weiter. Und dann rauchen viele halt über Jahre hinweg."

Von vielen gängigen Methoden, beispielsweise mit Hilfsmitteln wie Nikotinpflastern von der Sucht loszukommen, hält der Experte nicht viel. Fädrich warnt sogar davor: "Die funktionieren nicht. Das können sie auch gar nicht, weil man sich da ja Nikotin zuführt. Der Raucher ist nikotinsüchtig. Man kann einen Süchtigen nicht von seinem Suchtstoff entziehen, indem man ihm diesen Suchtstoff gibt. Das ist genauso bescheuert, wie wenn man einen Alkoholiker mit Weinbrandbohnen auf Entzug setzt."

"Einfach nie wieder zur Zigarette greifen!"

Erstaunlich ist, wie pragmatisch und kühl der Dozent von Seminaren mit Titeln wie "Nichtraucher in fünf Stunden" gegen die Nikotinsucht vorgeht, wenn man bedenkt, dass diese doch stärker als die Abhängigkeit durch Kokain und Heroin sei. Frädrichs simpler Tipp lautet. "Einfach nie wieder zur Zigarette greifen!" Mag dieser Satz für manche Raucher in ihrem Kampf gegen Sucht auch nach Hohn und Spott klingen, erklärt Frädrich ihn mit einfachen Tricks aus der Psychologie. Es mus eben Klick machen. Zunächst gehört dazu der Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. Man muss sich dem Nichtrauchen innerlich öffnen. "Wenn der Raucher sich dann klar macht, dass er die erste Zigarette weglassen kann, folgen bestenfalls auch keine weiteren. Und hat er erst einmal aufgehört, bleibt er im Idealfall sein Leben lang Nichtraucher."

Im Fall eines langjährigen Rauchers, wie Jenke von Wilmsdorff einer ist, spielt der Experte auf die Kraft der eigenen Entscheidung an. Frädrich räumt dem Reporter sogar gute Chancen ein, zu einem nachhaltigen Nichtraucher zu werden. "Die Frage ist, ist er bereit, sich zu öffnen, sich langfristig als Nichtraucher zu definieren. Wenn das der Fall ist, dann kann er das."

"Der Kopf beziehungsweise die Psyche spielt beim Suchtentzug die alles entscheidende Rolle", sagt auch Jenke von Wilmsdorff. Der Reporter hat in seinen RTL-Experimenten bereits fünf Wochen gehungert, sich mit Drogen vollgepumpt oder per Hypnose in einen Demenz-Zustand versetzen lassen. Nun wurde es also persönlicher denn je. Er wählte als erste Methode "den kalten Entzug", so wie es die Hälfte der Raucher tut, die aufhören wollen. Besonders skurril wurde es in der Türkei: Dort traf Jenke "den Mann mit der eisernen Maske", wie RTL es formuliert. Ibrahim Yücel aus Küthaya soll sich einen Nichtraucher-Käfig für den Kopf konstruiert haben, um sich von seiner 26-jährigen Nikotin-Sucht endgültig zu befreien.

Im Amazonas-Regenwald traf von Wilmsdorff einen Schamanen. Dieser Heiler verwendet zum Suchtentzug "Ayahuasca", eine stark wirkende halluzinogene Droge. Gewonnen wird sie nach alter Tradition aus der "Der Liane des Lebens". "Ayahuasca" beinhaltet DMT (Dimethyltryptamin), einen Stoff, den der Körper laut RTL normalerweise nur bei der Geburt und beim Tod ausschüttet. Der Sender verrät: "Die dadurch ausgelösten Visionen sind extrem und wirken bei jedem anders. Der Effekt soll helfen, die Sucht endgültig zu durchbrechen." Ob's hilft?

Es wird ohne Frage spannend am Montag, 8. Oktober, bei RTL – nicht nur für Raucher und solche, die es nicht mehr sein wollen. Zur besten Sendezeit hat der Sender volle zwei Stunden für das neue "Jenke-Experiment" freigeräumt. Der bezeichnende Untertitel der Sendung: "Ich gegen mich – Der Kampf gegen meine Sucht".


Quelle: teleschau – der Mediendienst