Die Probleme innerhalb einer Familie können sich über Generationen vererben. Die Autorin Liz Wieskerstrauch thematisiert in ihrem Film "Vererbte Narben" ein Tabu.

"Jede Generation gibt an die nächste ihren Lebensentwurf weiter", sagt Psychologin Natalie Sayder. Gerne würde sie nur das Gute meinen. Doch dem ist nicht so. Die Expertin: "Leider gibt man auch die Blockaden weiter. Und die Probleme, die sich innerhalb einer Familie über Jahrzehnte aufgebaut haben und niemals gelöst wurden." Die Folgen können gerade für Kinder dramatisch sein. Einige entwickeln sogar Symptome, als hätten sie das Leid der Eltern oder auch noch der Großeltern selbst erlebt. Sie leiden unter unerklärlichen Ängsten, einer quälenden inneren Leere oder unter Bindungs- und Beziehungsstörungen.

Beeindruckende wie erschreckende Fallbeispiele

Autorin Liz Wieskerstrauch zeigt in ihrer sehr behutsam gefilmten ARTE-Wissenschaftsdokumentation "Vererbte Narben" beeindruckende wie erschreckende Fallbeispiele. So wird ein Vierjähriger von heulendem Sirenenalarm aus dem Schlaf gerissen. Der Junge hat bislang nur in friedlichen Zeiten gelebt. Doch er flüchtet panisch aus dem Haus. Sein Ziel: eine Brücke. Unter dieser erwartet er Schutz vor möglichen Fliegerbomben –, obwohl er Krieg noch nie erlebt hat. Die Mutter des kleinen Jungen kann sich das Verhalten ihres Kindes nicht anders erklären, als dass er ihre erlebte Angst vor Bomben im Krieg sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen hat.


Quelle: teleschau – der Mediendienst