Sogenannte Rechtspopulisten könnten in beachtlicher Anzahl in ein neu gewähltes europäisches Parlament einziehen. Bedeuten eine Alternative für Deutschland und Rassemblement National eine Gefahr für ein transnationales Europa?

Zuletzt sorgte eine Studie für Bedenken. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung will herausgefunden haben, dass rechtspopulistische Einstellungen sich mehr und mehr in der Bevölkerung verankert hätten. "Sie sind in der Mitte normaler geworden", erklären die Autoren der neuen Mitte-Studie zu rechtsextremen Einstellungen. Diese Erkenntnis ist gerade vor den anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament brisant. Bei der sogenannten Europawahl (23. bis 26. Mai) könnten Mitglieder rechtsgerichteter Parteien wie der AfD oder des Rassemblement National in nicht unbeachtlicher Anzahl in das kommende EU-Parlament einziehen.

Sowohl AfD als auch Rassemblement National um Marine Le Pen gelten als Euroskeptiker. Sie stehen einem transnationalen Europa offen entgegen und fordern unter anderem die Stärkung der eigenen Nationen Deutschland und Frankreich. Droht der Europäischen Union mit einer derzeit noch haltenden Achse Paris-Berlin etwa Gefahr von innen? Das wollten die Filmemacher um Regisseur Franck Duprat im Vorfeld der Wahlen herausfinden.

Um die Wahlkampagne von AfD und Rassemblement National auf beiden Seiten des Rheins zu verfolgen, sind sie zu Orten gereist, an denen die antieuropäischen Akteure angeblich besonders stark sind. Chemnitz in Sachsen etwa gilt als rechte Hochburg. Und im südfranzösischen Carpentras sammeln sich nicht nur die Anhänger Le Pens. In der Stadt ist auch die Bewegung der Gelbwesten besonders stark.

Im Anschluss bleibt ARTE bei dem spannenden Thema der bevorstehenden Europawahl. Ab 21.05 Uhr zeigt der Sender die Dokumentation "Wer bezahlt Europa?". Der intensive Blick auf die Mechanismen von Geld und Macht geht unter anderem der Frage nach, ob Europa aufgrund ungerechter Verteilung finanzieller Mittel weiter auseinanderdriftet.


Quelle: teleschau – der Mediendienst