Hippie-Musik, Haschisch-Schwaden, Nacktbaden im Bauernteich und eine fröhliche Schlammschlacht vor Millionenpublikum: Das Woodstock-Openair im Sommer 1969 prägte eine ganze Generation nachhaltig. 50 Jahre später blickt ein neuer Dokumentarfilm zurück.

Es war der Traum, dass ein selbstbestimmtes, freies Leben in Frieden und mit freier Liebe möglich sein könnte. Er ließ das Musikfestival mit legendären Auftritten von Ravi Shankar, Joan Baez, Santana, The Who, Joe Cocker und natürlich Jimi Hendrix zu einer Legende werden. Die Realität hinter den Kulissen sprach vor Ort aber auch eine andere Sprache. Die ARD blickt in der leider selten bespielten Dokumentarfilm-Reihe nun zurück: "Der Dokumentarfilm im Ersten: Woodstock – Drei Tage, die eine Generation prägten" ist eine Nostalgieveranstaltung der besonderen Art.

Der bereits für einen Oscar nominierte Regisseur Barak Goodman bettet das Geschehen, das sich nicht nur auf das durchaus chaotische Festivaltreiben konzentriert, in den zeitgeschichtlichen Kontext ein. So wirkt besonders befremdlich, dass die feiernden Hippies auf dem Farmgelände im Bundesstaat New York letztlich über eine Luftbrücke mit Armeehubschraubern mit Proviant versorgt wurden, nachdem die Logistik angesichts des Menschenansturms kollabiert war. Dabei waren es doch eben noch dieselben jungen Menschen, darunter viele in der Friedensbewegung engagierte Studenten, die lautstark gegen den US-Armeeeinsatz in Vietnam und die dortige Helikoper-gestützte Dominanz protestiert hatten.

Rasch wird klar: Richtig politisch war vor Ort kaum jemand eingestellt. Nach dem Motto "Wenn so viele hingehen, kann die Party nicht schlecht sein" strömten Musikfans aus allen Himmelsrichtungen herbei. 50.000 Zuschauer wurden von den Veranstaltern erwartet. Als knapp eine halbe Million Menschen auftauchten, waren die Müllberge hoch und die Initiatoren ruiniert. Nachdem die Massen die Zäune niedergetrampelt hatten, mussten alle Bemühungen, Eintritt zu verlangen, aufgegeben werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst