Mit der Entwicklung der Antibiotika konnten einst tödlich verlaufende Krankheiten in Schach gehalten werden. Doch nunmehr erweisen sich die Medikamente gegen immer mehr Krankheitserreger als machtlos.

Nach aktuellen Erhebungen sterben jährlich mehrere Tausend Menschen durch multiresistente Keime. Und das nur in Deutschland. Weltweit sollen es sogar mehr als 700.000 Todesfälle sein. Auch die Vereinten Nationen schlagen bereits Alarm: Die Menschheit steuere auf ein postantibiotisches Zeitalter zu, so die Warnung. Im Rahmen der Reihe "ZDFzeit" wagen die Autoren Annebeth Jacobsen und Marc Rensing in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut nun ein Experiment. Es könnte die Warnung der UN entweder entkräften oder im schlimmsten Fall bestätigen.

In einem Krankenhaus wird der Ausbruch eines panresistenten Keims simuliert. Der Versuch soll zeigen, welche Behandlungsmöglichkeiten den Ärzten dann noch bliebe und wie sich eine weitere Ausbreitung verhindern ließe. Hintergrund des Versuchs ist ein Fall aus den USA. Dieser machte 2016 weltweit Schlagzeilen. Eine Frau wurde mit einer schweren Blutvergiftung in ein Krankenhaus in Reno eingeliefert. Wie sich herausstellte, hatte sie sich bei einer Reise nach Indien mit einem hochresistenten Keim infiziert. Die Diagnose des Erregers damals ergab: Er war gegen alle in den USA zugelassenen Antibiotika unempfindlich. Die Patientin verstarb.

Der Film mit dem Titel "Killerkeime" zeigt auf durchaus erschreckende Art: Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, sind Ärzte praktisch machtlos. Es wäre das Ende der Schulmedizin. "ZDFzeit" stellt nach, was passieren könnte, wenn ein Keim in einem Krankenhaus ausbricht, gegen den kein einziges Mittel mehr hilft. Ein Szenario, das jederzeit eintreten kann, warnen Experten. Und die Gefahr ist längst nicht so abstrakt, wie man vermuten mag. Denn auch in deutschen Gewässern wurden Antibiotika-resistente Keime bereits nachgewiesen. Für gesunde Menschen sind solche Keime ungefährlich. Für Menschen mit offenen Wunden oder einem geschwächten Immunsystem können Infektionen jedoch riskant sein.

Mit der Dokumentation im Rahmen von "ZDFzeit" beginnt das Zweite einen Schwerpunktabend über die Bedrohung durch "Killerkeime". Ab 22.15 Uhr stellt eine "37°"-Reportage zwei Patienten vor, die ein Leben mit jeweils einer chronischen Infektion führen müssen. Schließlich äußert sich auch noch Harald Lesch zu dem Thema. Ab 22.45 Uhr berichtet der TV-Professor in einer weiteren Ausgabe seiner "Kosmos"-Sendungen darüber, wie neue Wege in der Medizin die unsichtbare Gefahr womöglich bändigen könnten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst