Aufgewachsen bei Pflegeeltern

„Ich erfuhr es erst mit 15“: Roland Kaiser über lang gehütetes Geheimnis

22.01.2026, 13.42 Uhr
Jahrzehntelang lebte Roland Kaiser mit einer falschen Gewissheit. Erst als Jugendlicher erfuhr er die Wahrheit über seine Herkunft – ein Moment mit Folgen.
Roland Kaiser mit ernstem Blick.
Roland Kaiser erfuhr erst mit 15 Jahren die Wahrheit über seine Eltern.  Fotoquelle: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

Seit Jahrzehnten gehört Roland Kaiser zu den ganz Großen des deutschen Schlagers. Ob ausverkaufte Arenen oder die legendäre „Kaisermania“ an den Dresdner Elbwiesen – sein Erfolg scheint ungebrochen. Doch hinter der glänzenden Karriere verbirgt sich eine persönliche Geschichte, die lange von Ungewissheit geprägt war. Denn bevor Kaiser privat sein Glück fand, musste er sich einer Wahrheit stellen, die seine Kindheit rückblickend in ein neues Licht rückte.

Heute ist Roland Kaiser nicht nur musikalisch bestens aufgestellt, sondern auch privat angekommen: Der vierfache Vater lebt seit vielen Jahren glücklich an der Seite seiner Ehefrau Silvia. Doch der Weg zu diesem Glück war alles andere als geradlinig – denn seine Kindheit war von einem tiefen Geheimnis überschattet, das erst spät ans Licht kam.

Roland Kaiser erfuhr mit 15 die Wahrheit über seine Herkunft

Geboren wurde Roland Kaiser am 10. Mai 1952 in Berlin – damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Ronald Keiler. Lange glaubte er, von seiner Mutter großgezogen zu werden. Doch die Frau, die er als Mutter ansah, war in Wahrheit nur seine Pflegemutter. Erst mit 15 Jahren erfuhr er die ganze Wahrheit – eine Erkenntnis, die sein Leben veränderte. Bis heute kennt er seine leibliche Mutter nicht und hatte niemals die Möglichkeit, sie persönlich zu treffen.

So prägte Roland Kaisers Kindheit sein Leben

Viele Jahre lang lebte Roland Kaiser in dem festen Glauben, von der Frau großgezogen worden zu sein, die er für seine leibliche Mutter hielt. Erst mit 15 Jahren erfuhr er die Wahrheit – ein Moment, der vieles veränderte und doch das Wichtigste unberührt ließ. In einem Interview mit t-online erinnerte er sich später:
„Das hat meine Sicht auf meine Mutter oder meine Gefühle für sie nicht verändert. Ich hatte nur den neuen Erkenntnisstand, dass sie nicht meine leibliche Mutter ist.“



Schon lange vor dieser Offenbarung hatte der Sänger jedoch gespürt, dass etwas nicht ganz stimmte. In der Schule waren seine Mitschüler offen – manchmal schmerzhaft offen. „Meine Mutter war deutlich älter als die der anderen, darauf wurde ich angesprochen“, erzählte Kaiser. Solche Bemerkungen ließen ihn stutzig werden, auch wenn er sich zunächst mit den Erklärungen zufriedengab, die er bekam. Fragen blieben – und mit ihnen das diffuse Gefühl, dass seine eigene Geschichte mehr Facetten hatte, als ihm bewusst war.

Weshalb Roland Kaiser seine Mutter nie traf

Von seiner leiblichen Mutter weiß der Schlagerstar nur wenig. Nur einmal habe sie ihn besucht, als er noch ein kleiner Säugling war: „Es war 1952, ich war ein uneheliches Kind – übrigens nicht ihr einziges – und sie hat mich deswegen weggeben müssen.“ Doch kurz bevor er überhaupt wusste, dass es sie gab, starb sie.

Groll hege er jedoch nicht. Die Frage, warum sie ihn weggegeben habe, stellte sich ihm nie: „Ich konnte es mir selbst erklären. Hätte sie mich behalten, wäre es kein leichter Weg für sie, aber auch nicht für mich gewesen.“

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