ZDF-Doku

"9/11 – Ein Tag im September": Der Terror von Augenzeugen gefilmt

von Christopher Schmitt

Eine ZDF-Doku blickt zurück auf den 11. September: Gezeigt werden Amateur-Aufnahmen, die mit Tonaufzeichnungen verwoben werden. Ein historisches Zeitdokument.

ZDF
ZDFzoom: 9/11 – Ein Tag im September
Dokumentation • 08.09.2021 • 22:50 Uhr

Selbst inmitten all dieser Schrecken und all dieses Chaos muss den Menschen bewusst gewesen sein, dass sie hier Historisches erleben. Deshalb hielten sie alles für die Nachwelt fest: die Rauchschwaden, den Ascheregen und die verzweifelten Schreie der Panik. Am 11. September 2001, dem Tag der weltverändernden Anschläge auf das World Trade Center in New York City, zückten viele im Big Apple die Kamera und nahmen auf, was um Sie herum geschah oder was ihnen in den Stunden des Terrors durch den Kopf ging. So wurden aus Zeuginnen und Zeugen Protagonistinnen und Protagonisten. Aus den Videos und Audiofiles entstand 20 Jahre später "9/11 – Ein Tag im September", eine "ZDFzoom"-Dokumentation, welche die Geschehnisse auf außergewöhnliche Weise erzählt.

Der Film von Karen Edwards und Greg Sanderson hat den Anspruch, ein historisches Zeitdokument zu sein und denjenigen ein Denkmal zu setzen, die an diesem Tag Verlust erlebten, sowie denjenigen, die an diesem Tag zu Lebensrettern und -Retterinnen wurden. Er besteht teils aus verwackelten Szenen und Wortfetzen. Kommandos hallen aus Rettungsleitstellen und Flugüberwachung, die Stimmen von Reporterinnen und Reporter sowie Passantinnen und Passanten sind zu hören. Innerhalb der Aufnahmen gibt es keinen Abstand zu den Geschehnissen, sie passieren zu diesem Zeitpunkt, die Katastrophe in Echtzeit.

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Über Monate sammelte das britische Produktionsteam Tonaufzeichnungen. Die Dokumentation verwebt nun all diese Versatzstücke aus dem Auge des Orkans zu einem verstörenden Ganzen und macht so einen Tag lebendig, an den sich nicht nur alle Anwesenden, sondern die gesamte Welt erinnert.

Zu denjenigen, die ihre Aufnahmen zur Verfügung stellten gehört beispielsweise der Student Josh. Er beobachtete die beängstigende Szenerie vom Dach eines Gebäudes aus. Auch eine Familie aus Kalifornien, die eigentlich nur zu Besuch in New York war, erlebte die schrecklichen Geschehnisse mit. Sogar eine professionelle und zufällig anwesende Dokumentarfilmerin lieferte Material für die Doku.

Durch die außergewöhnliche Machart hebt sich der Film vom Großteil der 9/11-Dokus ab, die rund um das traurige 20-Jahre-Jubiläum dieses einschneidenden Tages im deutschen TV ausgestrahlt werden. So zeigte ARTE mit "Generation 9/11" bereits am 31. August eine Dokumentation über junge Menschen, die am 11. September 2001 ihre Väter verloren haben. Am Freitag, 10. September, folgt der Beitrag "Deutschland 9/11" ab 22.15 Uhr in der ARD, welcher die Ereignisse aus deutscher Perspektive minutiös schildert.

ZDFzoom: 9/11 – Ein Tag im September – Mi. 08.09. – ZDF: 22.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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