Mystischer Krimi

"Die Toten vom Bodensee – Unter Wölfen": Kritik zum ZDF-Krimi mit Robert Stadlober

07.07.2026, 06.15 Uhr
In der 15. Folge der Krimireihe "Die Toten vom Bodensee" ermitteln Nora Waldstätten und Matthias Koeberlin im mystischen Bregenzer Wald, wo ein Mann in seiner Wolfsfalle tot aufgefunden wird. Die Frage lautet: Wer ist Wolf, wer Schaf?

Im Bregenzer Wald liegt ein Toter in der eigenen Falle. Er hatte es auf marodierende Wölfe abgesehen. Der Mann wurde erschlagen und danach in der historischen, von ihm reaktivierten Wolfsfalle versenkt. In solch gewaltigen Pfahlkonstrukten wurden vor Jahrhunderten die Wölfe gejagt, heißt es im 15. Fall der Krimi-Reihe "Die Toten vom Bodensee", der nun bei 3sat wiederholt wird.

ZDF
Die Toten vom Bodensee – Unter Wölfen
Krimi • 07.07.2026 • 20:15 Uhr

Weniger Legenden- und Mystik-behaftet als sonst geht es in dieser Episode mit Nora Waldstätten und Matthias Koeberlin als Ermittler-Gespann Zeiler und Oberländer zu. "Unter Wölfen" lebt von viel Naturromantik, von Moos, Mondschein und Wald – und von der Magie einsamer Wölfe, in denen die einen bedrohliche Raubtiere sehen und die anderen Tiere, denen der Mensch ihre natürliche Umwelt nahm. Wurde der Fallensteller etwa von seinen Feinden, den Naturschützern, umgebracht?

Was geschah damals, vor fünf Jahren?

Immerhin werden Hochsitze mit Kettensägen demoliert, zudem wurde das Auto des toten Fallenstellers zerkratzt. Macht sich nicht der Forstarbeiter Schlösser (Robert Stadlober) verdächtig, der den Toten aufgefunden hat? Den Tierschützern jedenfalls gilt sein besonderer Hass. Sie "kriechen aus allen Löchern", so behauptet er. Will er ihnen die Tat in die Schuhe schieben? Die Schäferin Ruth Lamprecht (Elfriede Schüsseleder) wiederum liebt die Wölfe heiß und innig, obwohl sie ihr doch gerade wieder ein Schaf gerissen haben. Viel weiß sie vom Anrecht der Wölfe zu erzählen. Die Natur hole sich eben zurück, was ihr der Mensch genommen habe.

Der Polizei kommt das komisch vor. Doch die Recherchen werden den Ermittlern nicht leicht gemacht. Besonders Hannah Zeiler stößt in dem Fall, der sich alsbald zum Familiendrama wandelt, auf eine Mauer des Schweigens. Timmy (Jeremy Miliker), der Sohn einer Pensionswirtin, ist verstummt, seitdem seine kleinere Schwester vor fünf Jahren im Wald verschwand. "Selektiver Mutismus", diagnostiziert Hannah Zeiler mal wieder messerscharf.

Starker letzter Auftritt von Nora Waldstätten als Hannah Zeiler

Aber die Regie (Christian Theede) gibt der Story Zeit. Irgendwann dringt Hannah ins Kinderzimmer des einst verschwundenen Mädchens ein, mit ihrem vielsagenden magischen Weltschmerz-Blick. Alles ist hier so belassen, wie es damals war – vielleicht kehrt ja das verschwundene Mädchen eines Tages zurück. Die Mutter hofft es jedenfalls. Als sich der Streit der Eltern, vor dem die Kinder damals fortgelaufen sind, fortzusetzen droht, ergreift Timmy noch einmal die Flucht. Kann die Kommissarin Timmys Schweigen brechen? Wem, wenn nicht ihr, die zuvor schon immer – von Wolf zu Wölfin, gewissermaßen – mit dem einsamen Wolf stumme Zwiesprache gehalten hat, könnte das sonst gelingen?

"Unter Wölfen" (Erstausstrahlung am 7. November 2022) ist der letzte Bodensee-Krimi mit Nora Waldstätten als Ermittlerin. Sie wurde durch ihre Schauspielkollegin Alina Fritsch ersetzt, die von 2023 bis 2025 über sechs Filme hinweg als Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann neben Matthias Koeberlin auftrat. Nach ihrem Ausstieg ermittelte Matthias Koeberlin als Micha Oberländer zunächst einmal allein, ehe er im 23. Film erneut eine neue Kollegin an die Seite gestellt bekam: Anna Werner Friedmann spielt die Bezirksinspektorin Mara Eisler, die nach einer Kopfschussverletzung und anschließender Reha zum Team stieß. Zwei Filme des ungewöhnlichen Duos wurden bereits ausgestrahlt, fünf weitere sind angekündigt.

Die Toten vom Bodensee – Unter Wölfen – Di. 07.07. – ZDF: 20.15 Uhr

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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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