"Lebenslinien" im BR

Helmfried von Lüttichau im Porträt: ein Solo für Staller

von Rupert Sommer

Helmfried von Lüttichau feiert dieser Tage seinen 65. Geburtstag feiert. Das "Lebenslinien"-Porträt zeichnet die unkonventionelle Vita des Schauspielers nach und erzählt von großer mitmenschlicher Hingabe.

BR
Lebenslinien: Helmfried von Lüttichau – Solo für Staller
Dokumentation • 15.11.2021 • 22:00 Uhr

Am Samstag, 20. November, wird er 65 Jahre alt. Ein Anlass, sich den beliebten Schauspieler, Kabarettisten, Autor und Musiker Helmfried von Lüttichau noch einmal genauer vorzunehmen. Das Bayerische Fernsehen, sein Heimatsender der vergangenen Jahre, widmet dem einstigen "Hubert und Staller"-Star eine Sonderausgabe der Porträt-Reihe unter dem Titel "Lebenslinien: Helmfried von Lüttichau – Solo für Staller". Der Zuschauer lernt einen Sympathieträger kennen, der manche privat gehaltene Tiefenschicht offenbart, was zu seiner eigenwilligen Persönlichkeit unbedingt dazu gehört.

Man tut ihm kein Unrecht, wenn man Helmut Friedrich Wilhelm "Helmfried" Graf von Lüttichau, der aus einem alten sächsischen Adelsgeschlecht stammt, aber schon lange in München beheimatet ist, mit dem Vorbild Karl Valentin in Verbindung bringt. Wie der große, hagere, traurige Humorist, zieht auch das Multitalent von Lüttichau, den man keineswegs nur auf seine liebenswerte "Hubert & Staller"-Serienrolle reduzieren sollte, seine Inspiration aus tiefer Erfahrung, aus Einsicht und – trotz aller Liebe zum Blödsinn – aus echtem Ernst.

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Der Abschied von "Hubert und Staller" war folgerichtig

Natürlich ist das öffentliche Bild, das der erst spät – mit damals schon 55 Jahren – breiter bekannt gewordene Künstler, der lange als Theater-Darsteller tingelte, von Klamauk geprägt, den von Lüttichau auch durchaus zu schätzen weiß. Sieben Jahre lang war er an der Seite von Christian Tramitz in der Paraderolle des Polizisten Johannes Staller in der beliebten Serie "Hubert und Staller" zu sehen. Dass er sie eines Tages – überraschend auch für enge Weggefährten – verließ, war trotzdem nur folgerichtig. Helmfried von Lüttichau, der immer auch andere Künste erprobt hat, zuletzt mit einem Kabarett-Programm unterwegs war und sich selbst gerne hinterfragt, schien das verlässliche Engagement als Publikumsliebling als ein Korsett zu empfinden.

"Natürlich war es am Anfang nicht ganz leicht", erklärte er unlängst im Interview: "Wenn man die Komfortzone eines Serien-Hauptdarstellers verlässt, ist es nicht unbedingt so, dass gleich am nächsten Tag ganz viele Leute anrufen und einen besetzen wollen. Es war ein Neustart, aber am Ende hat alles genau so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe." Er könne "jetzt ganz unterschiedliche Rollen spielen" und sei "nicht mehr in der Dauerschleife Serie gefangen". Lüttichau: "Ich kann mein eigenes Programm ausprobieren, und ich kann wieder Musik machen. Dafür bin ich sehr dankbar."

Was nur wenige wissen: Lüttichau hatte sich noch als Schauspielschüler in die 15 Jahre ältere Darstellerin Karin Werner verliebt. Beide führten eine glückliche Ehe, auch als sie an Krebs erkrankte. Lange Jahre pflegte und begleitete sie Helmfried von Lüttichau bis zu ihrem Tod im Jahr 2009.

Danach erst widmete er sich seiner "öffentlicheren" Karriere. In einem Interview sagte er einmal augenzwinkernd, allerdings auch weise und ernst: ". Oft entstehen Ideen ja auch aus dem Verlust. Wenn man glücklich und zufrieden ist, fällt einem nicht unbedingt mehr ein. Im Gegenteil."

Lebenslinien: Helmfried von Lüttichau – Solo für Staller – Mo. 15.11. – BR: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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