"Her Story"

Sky porträtiert Dunja Hayali: "Musste in den letzten vier Jahren sehr, sehr viel loslassen"

von Elisa Eberle

Als Journalistin gilt Dunja Hayali vor allem als taff und mutig. In der neuen Folge der Sky Original-Reihe "Her Story" zeigt sie sich auch von ihrer anderen, der menschlichen und verletzlichen Seite.

Wenn Dunja Hayali im Fernsehen auftritt, zeigt sie sich vor allem als engagierte und mutige Journalistin: Sie sagt deutlich ihre Meinung, bietet Kritikerinnen und Hatern couragiert die Stirn und diskutiert offen mit all jenen, die andere Ansichten teilen. In der neuen Folge des Porträtformats "Her Story" zeigt sie nun eine andere, verletzliche Seite von sich: Offen wie nie spricht sie darin über die Erkrankung ihrer Eltern und über den besonderen Halt durch ihre Hündin Wilma, aber auch durch ihre große Schwester. Der inspirierende und mithin auch berührende Film ist ab Donnerstag, 11. November, exklusiv auf Sky Documentaries und Sky Ticket sowie über Sky Q auf Abruf verfügbar.

In der 60-minütigen Sendung gewährt die 47-jährige Moderatorin einen sehr persönlichen und dennoch sehr professionellen Einblick in ihr alltägliches Leben. Denn während man in der ersten Staffel der Reihe Frauen wie Barbara Schöneberger auch mal in den heimischen Hühnerstall begleitete, konzentriert sich der jüngste Film vor allem auf die Medienkarriere von Dunja Hayali: "Wir suchten damals jemanden als Nachrichtenredakteurin im Studio", erinnert sich Claus Kleber, der noch bis Ende des Jahres das "heute journal" im ZDF moderiert. Irgendwann habe sich Hayali beworben: "Sie kam als ein völlig anderer Typ Frau, Journalist, Zugang, Persönlichkeit – so eine wie sie hatten wir noch nicht."

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Inzwischen moderiert Hayali seit 14 Jahren zusammen mit Mitri Sirin das "ZDF Morgenmagazin". Dass die beiden auch privat gut befreundet sind, wird in der Dokumentation mehr als deutlich: Wenn sie sich über das verpatzte Achtelfinale der Deutschen bei der Fußball-EM 2021 ärgern, oder für die Aufteilung der weniger beliebten Moderationsthemen eine Münze werfen, wirkt das nahbar, menschlich und echt. Die Chemie stimmt.

Die mit Abstand beeindruckendsten Momente des Beitrags sind jedoch jene, in denen Hayali sich furchtlos mit kritischen Stimmen und Anfeindungen auseinandersetzt: Wenn sie auf einer Berliner Corona-Demo mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert, wird das von vielen als besonders mutig empfunden. Sie selbst betrachtet es aber als selbstverständlichen Teil ihres Jobs. Und auch mit den unzähligen, schockierenden Hassbotschaften und Morddrohungen, die sie seit Anfang ihrer ZDF-Karriere erreichen, scheint sich die Tochter irakischer Einwanderer über die Jahre arrangiert zu haben: "Das gehört offensichtlich zu meinem Leben dazu", sagt sie nur.

Doch es sind auch Hayalis persönlichen Erfahrungen, die berühren: "Ich musste in den letzten vier Jahren sehr, sehr viel loslassen", verrät sie: Kurz hintereinander erkrankten ihre Eltern an Parkinson und Demenz. Heute zählt neben ihrer Hündin Wilma auch ihre elf Jahre ältere Schwester zu ihren engsten Vertrauten: Sollte diese eines Tages vor ihr sterben, betont eine zu Tränen gerührte Hayali gegen Ende des Film, sei dieser Verlust für sie nicht zu ertragen.

"Die Produktion war auch deshalb etwas Besonderes, da sie ein Jahr Ausnahmezustand und in meinem Fall Entschleunigung und Ausgebremst sein begleitet hat", sagt Hayali selbst über den Film: "Die Dokumentation zeigt damit Einblicke, die es ohne Corona nicht gegeben hätte." Im Falle von "Her Story" war Corona somit ironischerweise auch eine Bereicherung.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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