Neue ARD-Reihe

"Klara Sonntag": Von zweiten Chancen und der Kunst des Verzeihens

von Elisa Eberle

In der neuen ARD-Reihe um die Bewährungshelferin Klara Sonntag (Mariele Millowitsch) geht es um zweite Chancen. Doch was ist, wenn es plötzlich darum geht, selbst einem Menschen zu verzeihen?

ARD
Klara Sonntag – Kleine Fische, große Fische
Spielfilm • 23.04.2021 • 20:15 Uhr

In ihrem beruflichen Alltag ist Klara Sonntag (Mariele Millowitsch) selten auf den Mund gefallen: Egal, ob im Streit mit ihrer Chefin (Jasmin Schwiers) oder im Umgang mit den ihr anvertrauten Straftätern – bislang fand die selbstbewusste Bewährungshelferin immer die richtigen Worte. In ihren jüngsten Fällen, welche sie in dem neuen ARD-Film "Klara Sonntag – Kleine Fische, große Fische" (Regie: Oliver Schmitz) zugeteilt bekommt, ist dies jedoch anders.

Auf Geheiß des Richters Thomas Aschenbach (Bruno Cathomas), mit dem Klara seit 15 Jahren liiert ist, soll sie sich um die Insolvenzbetrügerin Merle Scheffler (Nadja Becker) kümmern. Denn diese sieht bislang weder ihre Schuld ein, geschweige denn ist sie dazu bereit, die ihr auferlegten Sozialstunden abzuleisten. Stattdessen lässt sich die Ex-Millonärin lieber weiter von ihrer ehemaligen Haushälterin Ruth (Johanna Gastdorf), der nun angeblich der ganze Besitz gehört, bedienen. Nur mit viel Mühe und teils knallharten Methoden schafft Klara es langsam, sich Merles Respekt zu verschaffen, um schließlich auf ein noch viel dunkleres Geheimnis der hochnäsigen Frau zu stoßen ...

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Wesentlich leichter erscheint Klara da schon ihr zweiter Fall: Rudi Dülmen (Christian Grashof) saß wegen mehrerer Delikte nahezu 50 Jahre im Gefängnis. Nun, im hohen Alter von 80 Jahren, muss der Greis das Leben in Freiheit erst wieder erlernen. Klara hat Mitleid mit dem Mann und greift ihm anfangs gerne unter die Arme. Bis zu dem Tag, an dem Rudi durch eine unüberlegte Aktion ihr Vertrauen verspielt.

Plötzlich ist sich Klara nicht mehr sicher: Hat Rudi etwas mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun, die sie in Heimen und Pflegefamilien verbracht hat? Ist er am Ende sogar mitverantwortlich für die Bindungsängste, welche sie bis heute an einer Hochzeit mit Thomas hindern? Und wenn dem so ist, stimmt ihr moralischer Grundsatz, wonach jeder eine zweite Chance verdient, dann überhaupt noch?

All diese Fragen werden in dem Film von Sebastian Orlac (Drehbuch) mit einer guten Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit verhandelt. Getragen wird das Ganze dabei vor allem von der Hauptdarstellerin Mariele Millowitsch, die ihre Figur auf sympathische Weise verkörpert. Doch nicht nur das: Die 65-jährige Schauspielerin war gleichzeitig an der Entwicklung der Figur beteiligt, wie sie im Interview verriet: "Ich habe mich hingesetzt und eine ausführliche Vita entwickelt, mich gefragt, wie sie drauf ist und aussieht, inklusive Fingernägel und Tattoo. Das hat großen Spaß gemacht." Auf diese Weise entstand somit ein facettenreicher Film, auch wenn sich die ein oder andere Wendung sich vielleicht ein wenig zu schnell abzeichnet.

Klara Sonntag – Kleine Fische, große Fische – Fr. 23.04. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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