Annette Hess

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Biografie
Ihre Fähigkeit, komplexe Geschichten zu erzählen und ihren Protagonisten tatsächlich Leben einzuhauchen, macht sie zu einer der talentiertesten Drehbuchautorinnen Deutschlands: Annette Hess. Man denke nur an die angehende Ärztin Marie Hansen alias Silke Bodenbender in dem Psychodrama "Eine Frage des Vertrauens" (2009) von Miguel Alexandre, in dem Hess das System der ärztlichen Zulassung ohne Berücksichtigung der Fähigkeiten durchaus in Frage stellte. Oder aber die verzweifelte Mutter alias Veronica Ferres in Alexandres beeindruckendem Zweiteiler "Die Frau vom Checkpoint Charlie" (2006).

Doch der Reihe nach: Zunächst schien es gar nicht so, als würde Annette Hesse jemals der schreibenden Zunft angehören, denn erst einmal studierte sie Malerei und Innenarchitektur, belegte dann jedoch an der Hochschule der Künste Berlin den Studiengang "Szenisches Schreiben", der sie mit Dramatikern wie Tankred Dorst und Gerlind Reinshagen zusammen brachte. Schon zu dieser Zeit jobte sie als freie Journalistin, Programmassistentin und Drehbuchlektorin.

Ihre erste große Drehbuchmitarbeit fällt ins Jahr 2003, als sie mit Regisseur Achim von Borries, Hendrik Handloegten und Alexander Pfeuffer die Vorlage für das Kinodrama "Was nützt die Liebe in Gedanken" verfasste, das auf einer wahren Geschichte basiert. Danach folgten TV-Arbeiten wie das Familiendrama "Paradies in den Bergen" (2004), eine deutsch-österreichische Koproduktion von Regieveteran Hartmut Griesmayr und der Märchenfilm "Der verzauberte Otter" (beide 2004).

Mit ihrem Buch für das Melodram "In Liebe eine Eins" (2005, wieder unter Griesmayrs Regie) wurde Annette Hess schließlich bekannt, denn hier zeigte sie bereits eindringlich den Kampf einer geistig minderbemittelten Mutter (hervorragend; Anna Loos) um ihr Kind, die dabei in die Mühlen des seelenlos wirkenden Beamtenapparates gerät. Später variierte Hess dieses Thema für den oben bereits erwähnten, äußerst erfolgreichen TV-Film "Die Frau vom Checkpoint Charlie". Dass Hess es mit großem handwerklichem Können versteht, packende wie berührende Geschichten zu erzählen, zeigte sie im Anschluss mit ihrem Drehbuch für Marcus O. Rosenmüllers Thriller "Der fremde Gast" (2006) nach dem gleichnamigen Roman von Charlotte Link. Hier offenbart sich eine weitere Stärke von ihr: die Adaptation literarischer Vorlagen. Auch wenn der Charlotte-Link-Zweiteiler "Das Echo der Schuld" (2008, Regie: Marcus O. Rosenmüller) eindeutig zu lang und zu vorhersehbar geraten ist. Doch schließlich liefern Drehbuchautoren die Vorlage und haben danach nur noch geringen Einfluss auf die Umsetzung ihres Stoffes.

Weitere Filme und Serien nach Drehbüchern von Annette Hess: die erfolgreiche Arztserie " In aller Freundschaft", die Krimiserie "SOKO Köln" (beide 2005), eine Folge der guten, aber gefloppten Serie "Die Anwälte" (2007), "Tierärztin Dr. Mertens", "Polizeiruf 110 - Keiner schreit!" (beide 2008), "Heiße Spur (2009), "Haltet die Welt an", "Weißensee" (Serie), "Polizeiruf 110 - Fremde im Spiegel" (alle 2010), "Am Ende die Hoffnung" (2011), "Die Spionin" (2012).

Foto: privat

Filme mit Annette Hess

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