Berlin Ende der Zwanzigerjahre: Günther und Paul sind wild aufs Leben und auf die Liebe - und das in vollen Zügen und ohne Kompromisse. Zusammen mit Hilde, Günthers Schwester, reisen sie für ein Wochenende aufs Land. Natürlich verliebt sich Paul in die attraktive Hilde, doch das Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Hilde liebt viele Männer, so auch Hans, den ehemaligen Geliebten ihres Bruders. Als die drei im Garten des Hauses ein rauschendes Fest feiern, stößt Hans überraschend zu dem Trio. Dies ist der Auftakt zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle, die sehr schnell außer Kontrolle gerät...

Nach einer wahren Geschichte drehte Regisseur Achim von Borries, der auch schon am Drehbuch von "Good Bye, Lenin!" (ebenfalls mit Daniel Brühl) mitgewirkt hat, dieses hervorragend gespielte und atmosphärisch dicht inszenierte Drama. Von Boories verfilmte hier die Geschichte der "Steglitzer Schülertragödie", die 1927/28 in Berlin für großes Aufsehen sorgte. Dort begann am 9. Februar 1928 der Prozess gegen den 19-jährigen Gymnasiasten Paul Krantz, der des Mordes an einem Schulfreund und einem Nebenbuhler verdächtigt wurde. Sein Freund Günther Scheller hatte am 28. Juni 1927 Hans Stephan, den Geliebten seiner Schwester Hilde Scheller, die auch mit Krantz ein Verhältnis hatte, erschossen und anschließend Selbstmord begangen. Hans Stephan war außerdem der frühere Geliebte Günther Schellers gewesen. Als Besitzer der Tatwaffe geriet Paul Krantz unter Mordverdacht, wurde aber freigesprochen und nur wegen unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt. Die Öffentlichkeit faszinierte an den Vorgängen die Mischung aus Eifersucht, Todessehnsucht, Promiskuität und Perspektivlosigkeit der Jugendlichen sowie die Frage nach der moralischen und strafrechtlichen Mitverantwortung des Angeklagten. Fragen, die auch Borries in seiner sehenswerten Regiearbeit stellt.

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