John Candy

Doch wohl hoffentlich keine obszöne Geste? John Candy Vergrößern
Doch wohl hoffentlich keine obszöne Geste? John Candy
John Franklin Candy
Geboren: 31.10.1950 in Toronto, Ontario, Kanada
Gestorben: 04.03.1994 in Durango, Mexiko

Schauspielern vom Volumen eines John Candy bleibt meist von vornherein nur die Klamotte: der gutmütige und/oder tumbe Fleischkloß, über den man sich trefflich amüsieren kann. Tatsächlich war auch John Candy oft genug in diesem Rollenklischee gefangen, wobei seine gelegentlichen Auftritte in ernsthaften Filmen wie "John F. Kennedy - Tatort Dallas" (1991) erkennen ließen, dass er als Schauspieler oftmals unterfordert war.

Ursprünglich hatte John Candy gar nicht Komiker werden wollen, sondern ein Journalistik-Studium angefangen. Doch sein schon damals, Anfang der Siebzigerjahre, mehr als stattliches Äußeres drängte ihn bald in die komische Ecke. Er hatte kleinere Rollen beim kanadischen Fernsehen und trat der Komikertruppe "Canada's Second City Troupe" bei. Mit der TV-Serie "Second City TV" (SCTV) hatten sie großen Erfolg. Bis 1983 blieb Candy bei SCTV. In dieser Zeit verdiente er sich schon zwei Emmys, den bedeutenden amerikanischen TV-Preis. Sein bekanntesten frühen Kinofilme waren die Klamotten "The Blues Brothers"(1979) und "Ich glaub', mich knutscht ein Elch" (1981) von Ivan Reitman. Hier spielte er neben Bill Murray, Warren Oates und Sean Young.

Mit seinem festen Fan-Kreis im Rücken bekam Candy nun schnell weitere Nebenrollen in Hollywood. Man sah ihn in "Splash - Eine Jungfrau am Haken" (1984) von Ron Howard, "Der kleine Horrorladen" (1986) von Frank Oz, Mel Brooks'"Mel Brooks' Spaceballs" (1987) oder "Ein Ticket für zwei" (1987) von John Hughes. Hughes sollte auch derjenige bleiben, der in seinen zahlreichen Funktionen als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor John Candy die meisten Filmauftritte verschaffte. Vor allem in den seichten Familienkomödien des Hughes-Hausregisseurs Chris Columbus gehörte Candy fortan zum Stammpersonal, etwa in "Kevin - Allein zu Haus" (1990) oder in "Mama, ich und wir zwei" (1991) als Sohn von Maureen O'Hara.

Ähnliche Stoffe bot ihm Hughes als Regisseur in der Titelrolle von "Allein mit Onkel Buck" (1989), aber auch in dem Abzock-Nachzieher "Kevins Cousin allein im Supermarkt" hatte Candy einen kurzen (ungenannten) Auftritt. Eine weitaus bessere Rolle spielte er als Trainer eines jamaikanischen Bob-Fahrerteams in "Cool Runnings - Dabeisein ist alles" (1993) von Jon Turteltaub. John Candy wurde nicht alt. Bei den Dreharbeiten zu "Wagons East - Der Schreck vom Rio Grande" (1994) erlag er unter mexikanischer Sonne einer Herzattacke. Die Westernklamotte von Peter Markle war zwar ein schwacher Abschluss seiner Karriere, qualitativ aber leider typisch für die Filme, in denen Candy meist verschlissen wurde.

Weitere Filme: "Alle entführen Victoria" (1975), "Dein Partner ist der Tod" (1978), "Auf die Bäume ihr Affen..." (1983), "Alles hört auf mein Kommando", "Bibos abenteuerliche Flucht", "Ein total verrückter Sommer", "Zum Teufel mit den Kohlen" (alle 1985), "Zwei unter Volldampf" (1986), "Ferien zu dritt", "Heiß auf Trab", "Wer ist Harry Crumb?|" (alle 1988), "Cannonball Fieber", "Ärger mit Eduard" (beide 1989), "Donald der Superstar", "Valkenvania" (beide 1990), "Es war einmal ein Mord", "Jack allein im Serienwahn" (beide 1991), "Lieber Alaska als diese Frau!" (1994), "Unsere feindlichen Nachbarn" (1995).

John Candy hinterlässt zwei Kinder, Jennifer (Jahrgang 1980) und Christopher (Jahrgang 1984).

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