Nick Cassavetes

Sohn berühmter Eltern: Nick Cassavetes Vergrößern
Sohn berühmter Eltern: Nick Cassavetes
Fotoquelle: Helga Esteb/shutterstock.com
Nicholas David Rowland Cassavetes
Geboren: 21.05.1959 in New York, New York, USA

Er ist das Kind berühmter Eltern, so dass seine spätere Karriere im Filmgeschäft wohl schon sehr früh vorgezeichnet war: Nick Cassavetes, der Sohn des viel zu früh verstorbenen Filmemachers John Cassavetes und der Schauspielerin Gena Rowlands. Der Regisseur, Autor und Schauspieler studierte zunächst an der American Academy of Dramatic Arts und begann seine Laufbahn als Darsteller mit kleinen Rollen in Filmen wie Peter Bogdanovichs Melodram "Die Maske" und in der John Carpenter-Verfilmung "Black Moon" (beide 1985). Danach entstanden in schneller Folge Filme wie Clay Borris' Actioner "Quiet Cool – Die Abrechnung“ (1986) oder Mike Marvins Actionthriller "Interceptor" (1986) mit Charlie Sheen und Randy Quaid. In Phillip Noyces Actionfilm "Blinde Wut" (1988) spielte Cassavetes an der Seite von Rutger Hauer.

Nach weiteren Auftritten in mehr oder weniger belanglosen Action- und Erotikfilmen hatte Cassavetes sehenswerte Rollen als Theaterautor Robert E. Sherwood in Alan Rudolphs Filmbiografie "Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis" (1994), neben John Travolta und Nicolas Cage sah man ihn in John Woos Actioner "Face/Off - Im Körper des Feindes“ (1997), "Lebenslänglich" (1999) war eine platte Komödie mit Eddie Murphy und Martin Lawrence, während mit dem Sciencefiction "Die Frau des Astronauten" im gleichen Jahr eine zumindest passable Regiearbeit von Ted Demme folgte. Besser war da auf jeden Fall Henry Bromells Melodram "Panic - Der Tod hat Tradition" (1999) mit William H. Macy.

Allerdings hatte Cassavetes schon sehr früh den Wunsch, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, der ja zeitlebens sehr persönliche Filme gemacht hatte, die sich durch dramaturgische Authentizität und universelle Gültigkeit auszeichneten. Nicks Talent, von den Charakteren angetriebene, persönliche Geschichten zu erzählen, war auch in seinem Debüt als Autor und Regisseur "Ein Licht in meinem Herzen“ (1996) eindeutig; die Hauptrollen in diesem Film spielten seine Mutter Gene, Marisa Tomei, Gérard Depardieu, Moira Kelly und Jake Lloyd. Cassavetes erzählt die Geschichte einer einsamen Witwe, deren Lebenslust jedoch durch scheinbar falsche Beziehungen wieder entfacht wird. Schon hier setzte Nick wie sein Vater John auf das Handwerkszeug des klassischen Filmschaffens, blieb jedoch den Wurzeln des unabhängigen Filmemacher treu.

1997 entstand mit dem Drama "Alles aus Liebe" die zweite Regiearbeit von Cassavetes, die er nach dem Drehbuch seines mittlerweile verstorbenen Vaters in Szene setzte. Nick hatte allerdings auch als Coautor Hand angelegt, der Film wurde schließlich auf den Filmfestspielen in Cannes mit zwei Auszeichnungen geehrt: Sean Penn erhielt die Auszeichnung als bester Schauspieler, Cassavetes selbst wurde für die Goldene Palme nominiert. Eine etwas moralinsaure Angelegenheit war danach das Drama "John Q.". Denzel Washington spielte einen Vater, der zusehends extremere Maßnahmen ergreift, um seinen Sohn vor einer tödlichen Erkrankung zu beschützen. Überdurchschnittlich gut war dagegen das Drama "Wie ein einziger Tag", das Cassavetes 2004 erneut mit seiner Mutter drehte.

Weitere Filme von und mit Nick Cassavetes: "Under the Gun - Geschäft mit dem Tod" (1987), "Shooter - Reporter in der Hölle" (1988),"Im Dschungel der Unterwelt" (1990), "Delta Force III" (1991), "Sünden der Begierde" (1992), "Die dunkle Macht der Leidenschaft", "Sins of the Night - Gefährtin der Nacht", "Class of 1999 - Ein Lehrer sieht rot" (alle 1993), "Twogether" (1994), "Mein Super-Dad!" (1995), "Black Rose of Harlem" (1996), "Me and the Gods" (1997), "Conversations in Limbo" (1998), "Blow" (Buch, 2000), "Alpha Dog - Tödliche Freundschaft" (2006, Regie), "Beim Leben meiner Schwester" (2009), "Hangover 2" (2011), "Die Schadenfreundinnen" (2014).


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