Kenneth Branagh

Kenneth Branagh beherrscht jedes Genre Vergrößern
Kenneth Branagh beherrscht jedes Genre
Fotoquelle: magicinfoto/shutterstock.com
Kenneth Branagh
Geboren: 10.12.1960 in Belfast, Nordirland

Kenneth Branagh ist ein Schauspieler voller Vitalität und Beweglichkeit. Man hat das Gefühl, er kennt keine Muse, er muss immer rotieren. Und persönlich ist er nicht arrogant, wie man es von seinen Rollen herleiten könnte, sondern bedächtig, zuhörend, klug konternd. Als legitimer Nachfolger von Sir Laurence Olivier wird er seit Beginn seiner erfolgreichen Theaterkarriere gefeiert.

An der "Royal Shakespeare Company" übernimmt er Rollen und Aufgaben seines großen Vorbildes, und so ist es sicher kein Zufall, dass er seine Kinokarriere 1989 mit eben jenem Shakespeare-Stück beginnt wie Olivier. Wer immer sagt, "Heinrich V." sei ein schwacher Shakespeare, der muss sich zumindest antworten lassen, dass es eine hervorragende Vorlage fürs Kino ist.

Hatte Olivier seinen "Heinrich V." (1943) unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges fast ein wenig mit Waffenklirren gedreht und den König eher als Helden gesehen, so gefällt bei Branagh zwar zu Beginn der jugendliche Charme, der Liebreiz des jungen Königs, doch wenn er die ersten Todesurteile verkündet hat, unter den Opfern gar einige seiner engsten Freunde, da beginnt sich das Bild schon zu verändern, Zwiespalt taucht auf und wird bleiben. Nicht als Unhold stellt Regisseur und Hauptdarsteller Branagh diesen Herrscher vor, wohl aber als einen besessenen und eiskalt gerechten Nationalisten - und man denkt hier wie bei der Schlammschlacht von Acincourt an Orson Welles' genialen "Falstaff" (nach dem Vorbild von Sergej M. Eisensteins "Alexander Newski"): Auch bei Welles wuchs Henry, einst Zechgeselle des weinseligen John Falstaff, in die Rolle des unerbittlichen Kriegsmanns hinein, der seinen einstigen Saufkumpanen verbannt.

Kenneth Branagh als König ist ein Ausbund an Kraft. Erst glaubt man ihm die Energie nicht, hält ihn eher für einen Bücherwurm und Weichling und ist verwundert ob seiner Vitalität und Härte. Aber gegen Ende wendet sich noch einmal das Blatt: Aus dem eben noch verbitterten Kriegsmann wird ein liebenswert tapsiger Brautwerber. Und das ist geradezu ein cinéastisches Bravourstück, ein Stück hinreißender Verwechslungskomödie. Wie hier mit Sprache gespielt und gebuhlt wird - denn die umworbene Katherine spricht nur wenig englisch und King Henry ein schreckliches Französisch - das sucht seinesgleichen.

Sind wir bei der Sprache, dann geht es uns wie bei Gérard Depardieu als Cyrano von Bergerac: Dieser Henry spricht, denkt und fühlt englisch, die Synchronisation verändert nicht eine Dimension, sie verändert das ganze Stück. Ist der "Heinrich V." ein genialer Wurf, so sind auch die anderen Shakespeare-Adaptationen brillant, die wie ein Western inszenierte Komödie "Viel Lärm um nichts" (1992) und "Hamlet" (1996). Der hat keine Eile; dieser Dänenprinz mit dem festen unbeirrbaren Blick ist kein Zauderer oder Schwächling, eher ein Mann der Tat. Doch Geduld und Entschlossenheit stecken in seinem Charakter ebenso wie rasches Handeln, plötzliches Aufbegehren. Die Tugenden dieses jungen Mannes zu durchschauen vermag man nicht. Widersprüche? Von solchen ist Shakespeares gewaltigstes Drama erfüllt und Kenneth Branagh deckt sie nicht zu, sondern macht sie offenbar. Sein vierstündiger Film präsentiert den ganzen Hamlet und er hat es ins 19. Jahrhundert verlegt - also kein historisches, dennoch aber ein politisches Trauerspiel um Macht und Täuschung, um Eitelkeit und Kräftespiel mit tödlichem Ende.

Für "Hamlet" erhielt Branagh 1996 eine Oscarnominierung in der Kategorie bestes adaptiertes Drehbuch, was eine lustige Entscheidung war - angesichts einer weitgehenden 1:1-Originalverfilmung. Weitere Oscar-Nomierungen gab es 1993 für seinen Kurzfilm "Swan Song" und 1990 für "Heinrich V." in den Kategorien beste Regie und beste männliche Hauptrolle. Natürlich hat Branagh sich nicht nur auf Shakespeare eingelassen: Ein düsteres Melodram ist "Schatten der Vergangenheit" (1991), eine hübsche Gegenwartskomödie "Peter's Friends - Freunde sind die besten Feinde" (1992). 1994 schloss sich mit "Ein Winternachtstraum" eine weitere Shakespeare-Verfilmung an, und 1999 folgte das Musical "Verlorene Liebesmüh'".

Für Francis Ford Coppola inszenierte Branagh den insgesamt zu theatralischen, geradezu unfreiwillig komischen "Mary Shelleys Frankenstein" (1994), wo er selbst den Wissenschaftler und Arzt spielt, mit Robert De Niro als Monster. "Ein Winternachtstraum" (1994) war eine allzu harmlose Komödie um eine chaotische Theaterproduktion. Kenneth Branagh zog es schon in frühen Jahren zum Theater. Kaum 20, war er schon ein angesehenes Mitglied der Royal Shakespeare Company. Allerdings galt er auch als arrogant, streit- und herrschsüchtig. Wegen der dauernden Meinungsverschiedenheiten gründete Branagh seine eigene Truppe, die Renaissance Theatre Company.

Beim Film sah man ihn seit 1982/83 ("Too Late To Talk To Billy", "To the lighthouse"), 1985 folgte "Coming Through" (hier spielte er D. H. Lawrence). Schon 1984 hätte es einen Karriereschub für Branagh geben können, denn er war zwischenzeitlich für die Hauptrolle in Milos Formans "Amadeus" (1984) vorgesehen. Doch die Produzenten gaben mit Tom Hulce dann doch einem Amerikaner den Vorzug. 1987 spielte Branagh in "Künstler, Killer und Kanonen" von Clare Peploe, sowie in "A Month in the Country" von Pat O'Connor. Hier war er schon an der Seite so hochkarätiger Schauspieler wie Colin Firth und Natasha Richardson zu sehen. Dazwischen gab er auch Gastspiele in TV-Serien wie "Fortunes of War" (1988). Doch international bekannt machte ihn erst "Heinrich V.", bei dem er auch sein Regiedebüt gab.

Deutsche Fernsehzuschauer konnten sich 2008 auf ein Wiedersehen mit dem gefeierten Darsteller freuen, denn in drei Krimis nach Henning Mankell schlüpfte der Brite in die Hauptrolle des Kommissars Wallander: "Kommissar Wallander - Die falsche Fährte", "Kommissar Wallander - Die Brandmauer", "Kommissar Wallander - Mittsommermord" (alle 2008). 2010 folgte die zweite Staffel mit drei weiteren Krimis: "Kommissar Wallander - Mörder ohne Gesicht", "Kommissar Wallander - Der Mann, der lächelte" und "Kommissar Wallander - Die fünfte Frau". Zur dritten Staffel gehören "Kommissar Wallander - Ein Mord im Herbst", "Kommissar Wallander - Hunde von Riga" (2012) und "Kommissar Wallander - Vor dem Frost" (alle 2012). Branagh war von 1989 bis 1996 mit der Schauspielerin Emma Thompson verheiratet. Das ist auch der Grund, weshalb sie in seinen Filmen stets die Hauptrolle spielte. Die Ehe wurde inzwischen geschieden.

Neben seinen schon erwähnten Regiearbeiten - 2007 kam der Thriller "1 Mord für 2" und 2011 die Marvel-Verfilmung "Thor" in die Kinos - blieb Branagh auch stets als Schauspieler aktiv, wobei er stetig zwischen großartigen Leistungen und merklichem Over-Acting pendelt. In "Swing Kids" (1993) spielte er (ungenannt) einen SS-Offizier, dem Dokumentarfilm "Anne Frank Remembered" (1995) lieh er seine Stimme, danach sah man ihn in "Othello" und "Shadow of a Gunman" (beide 1995), in Al Pacinos "Looking for Richard" (1996) trat er als er selbst auf. Zu seinen jüngeren Filmauftritten zählen Robert Altmans Grisham-Verfilmung "The Gingerbread Man" (1997), Woody Allens "Celebrity", die Literaturverfilmung "Wunsch und Wirklichkeit", "Vom Fliegen und anderen Träumen", "The Dance of Shiva" (alle 1998), "Der Perückenmacher" (Stimme), "Wild Wild West" (beide 1999), "Schneider's 2nd Stage" (Kurzfilm), "Der Weg nach El Dorado" (Stimme im Original), "How to Kill Your Neighbor's Dog" (alle 2000), "Alien Love Triangle", "Die Wannseekonferenz" (beide 2001), "Shackelton", "Long Walk Home", "Ernest Shackleton", "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" (alle 2002), "Five Children and It" (2004), "Warm Springs" (2005), "Die Zauberflöte" (2006), "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat", "Radio Rock Revolution" (2009), "My Week with Marilyn" (2011), "Jack Ryan: Shadow Recruit" (Regie und Darsteller, 2013).


Zur Filmografie von Kenneth Branagh
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