Das erste Filmstudio, bei dem Regisseur und Autor Kirk Jones mit seinem geplanten Projekt vorstellig wurde, soll abgelehnt haben – angeblich, weil in der Geschichte zu viel geflucht werde. Aber ohne das Fluchen ginge es hier wohl wirklich nicht. Das Biopic "Verflucht normal" (im Original "I Swear") erzählt von John Davidson, ein Tourette-Patient und heutiger Aktivist, der in Großbritannien dank einer BBC-Dokumentation schon in den späten 80er-Jahren zu einiger Bekanntheit kam. Kirk Jones hat seine Erlebnisse nun ins Spielfilm-Format überführt.
Wenn heute vom Tourette-Syndrom die Rede ist, wissen die allermeisten Menschen sofort, worum es geht. Nicht zuletzt in den Medien wurde in diesem Punkt in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit geleistet. Manche Menschen mit Tourette wurden durch den offenen, unbeschwerten Umgang mit der eigenen Krankheit auch schon zu Socia-Media-Stars. Ganz anders in den 70er- und 80er-Jahren: Als John Davidson jung war, wussten seine Mitmenschen nicht, wie sie mit seinen Tics, seinem Gefluche und seinen Zwangsstörungen umgehen sollten. Dass eine Krankheit dahintersteckte, wussten sie erst recht nicht.
Kirk Jones hat das Leben von John Davidson für seinen Film stellenweise dramatisiert und fiktionalisiert, wie er selbst einräumt, seine Filmbiografie sei aber trotzdem zu "98 Prozent authentisch". Viele Szenen basieren auf Schilderungen, die Jones aus erster Hand bei Davidson einholte. Den Anfang nimmt alles, als John (in der jungen Version Scott Ellis Watson, später Robert Aramayo) in den 80ern plötzlich seltsame Anfälle hat. Niemand kann sie erklären, doch die Aussetzer wirken sich drastisch auf das Leben des Jungen aus – in der Schule, aber auch zu Hause. Es ist der Beginn einer jahrelangen Odyssee, die "Verflucht normal" sehr gekonnt nacherzählt. Bei den BAFTA-Awards wurde Robert Aramayo als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.