Bei einem Wellnesswochenende leistet sich Annie einen folgenschweren Ausrutscher: Sie schläft mit dem Fitnesstrainer des Hotels und wird dabei schwanger. Seichte Unterhaltung mit so manchem Lacher.

Mit der Liebe ist es so eine Sache, das erfährt auch Annie (Bernadette Heerwagen) in der ZDF-Familienkomödie "Annie – kopfüber ins Leben": Nach 17 Jahren Ehe mit Ralf (Thomas Loibl) sind Zärtlichkeiten zur Seltenheit geworden. Auch sonst scheint er sich mehr für sein Motorrad zu interessierten als für ihre Sorgen um die gemeinsame Tochter Cora (Antonia Fulss). Annies beste Freundin Tine (Kathrin von Steinburg) hat hingegen ganz andere Probleme: Seit Jahren versucht sie mit ihrem Mann Nils (Manuel Rubey) ein Kind zu zeugen, nun hat es erneut nicht geklappt. Verständlich, dass sich die beiden Frauen irgendwann ein spontanes Wellness-Wochenende gönnen.

Im Hotel angekommen, passiert, was passieren muss: Annie hat einen One-Night-Stand mit dem attraktiven Fitnesstrainer Raimund (Eugene Boateng) und wird schwanger. Verzweifelt sucht sie Rat bei Tine, stößt allerdings auf Unverständnis. In ihrer Not entscheidet sich Annie für die einzige Option: Sie vertraut sich Ralf an und hofft, dass sie das Kind gemeinsam großziehen. Doch Ralf reagiert alles andere als verständnisvoll: Er drängt Annie erfolglos zur Abtreibung und zieht am Ende aus. Als eines Abends Raimund überraschend vor der Tür steht, um Verantwortung für das Kind zu übernehmen, ist das Chaos perfekt: Wie wird die 15-jährige Cora auf die geplante Wohngemeinschaft mit einem fremden Mann reagieren? Werden sich die drei an ihr Zusammenleben gewöhnen? Und was werden Coras Großeltern, die regelmäßig zum "Familientag" auf der Matte stehen, zu all dem sagen?

Mit "Annie – kopfüber ins Leben" gelingt Regisseur Martin Enlen ein passables Stück Abendunterhaltung. Die Dialoge und Szenen aus der Feder von Dominique Lorenz sind zwar gut, das Ende allerdings ist leider wie so oft vorhersehbar. Auch Tiefgang wird zugunsten einer friedvollen Abendunterhaltung ausgespart. So hätte die angerissene Irritation der kleinstädtisch-spießbürgerlichen Nachbarschaft über Annies neuen Freund durchaus offen ausdiskutiert werden dürfen. Stattdessen hat sich Lorenz dazu entschieden, diesen Faden schnell wieder fallenzulassen.

Die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller, Bernadette Heerwagen und Thomas Loibl, ist durchaus überzeugend: Insbesondere Loibl, der bis 2019 am Münchner Residenztheater engagiert war, nimmt man die vielen leisen und lauten Szenen ab. Zum heimlichen Highlight werden jedoch die drei Großeltern bei ihren regelmäßigen Besuchen: Wenn das Trio aus Rita Russek, Brigitte Kren und Michael Lerchenberg vereint auf Annie einstürmt, ist das sehr lustig anzusehen. Sätze wie "Dein Ralfi hätte gar nichts gemerkt. Oder glaubst du, das Kind kommt raus und spricht Österreichisch?" sorgen in diesem Kontext für so manchen Lacher.

Unser Interview mit Darsteller Eugene Boateng - er spielt den Vater des ungeborenen Kindes - lesen Sie hier.

Annie – kopfüber ins Leben – Do. 19.03. – ZDF: 20.30 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH