Angesichts der Corona-Krise ist das Thema Klimawandel in den Hintergrund geraten. Doch verschwunden ist es dadurch nicht. Eine 3sat-Doku zeigt, welche Methoden sich Forscher erdacht haben, um den Klimawandel aufzuhalten. Die Lösungsansätze klingen mitunter abenteuerlich.

Die Warnungen und Prophezeiungen kommen beinahe täglich. Und es wird immer düsterer: Der Zeitpunkt, an dem die Folgen des Klimawandels nicht mehr aufzuhalten sein sollen, soll deutlich schneller erreicht werden, als bisher angenommen. Nach Meinung einiger führender Klimaforscher sollen einige der "Kipppunkte", nach denen Ökosysteme kaum mehr gerettet werden könnten, selbst wenn die Menschheit schlagartig emissionsfrei leben würde, bereits überschritten sein. Als warnende Beispiele dienen der Eisschild der Westantarktis, der unaufhaltsam schrumpft, der östlichen Antarktis drohe ein ähnliches Schicksal. Auch auf der Nordhalbkugel gingen die Eisflächen dramatisch zurück, heißt es. Sollte diese Entwicklung nicht gestoppt werden, könnte der Meeresspiegel in den kommenden Jahrtausenden um bis zu zehn Meter steigen.

Ingolf Baur hat für seinen Film "Ingenieure schrauben am Klima" einige der Forscher getroffen, die zum Teil geradezu fieberhaft an Lösungen arbeiten. Bei 3sat sind ihre Methoden nun in Erstausstrahlung zu sehen. Allerdings klingen einige ihrer Ideen für die Rettung des Klimas und somit der Erde durchaus abenteuerlich. Werden sie funktionieren?

David Keith von der Harvard University in den USA beispielsweise setzt auf "Solar-Geoengineering". Erste Experimente lotet er bereits aus. Die Idee von Keith: Flugzeugflotten kippen alljährlich Millionen Tonnen Schwefel in die Stratosphäre. Dadurch soll dort ein Teil des einfallenden Sonnenlichts zurück ins All reflektieren werden. Was verwegen anmutet, hat aber einen ganz natürlichen Ursprung. Der Forscher erklärt, bei Vulkanausbrüchen passiere nichts anderes.

Nicht hoch in die Luft, sondern tief in den Boden treibt es isländische Wissenschaftler. Sie filtern Kohlendioxid mit einem besonderen Verfahren aus der Luft. In der Folge wird es rund 2.000 Meter tief ins Basaltgestein gepumpt. Besonders verblüffend ist: Nach wenigen Monaten reagiert der angebliche Klimakiller chemisch und verwandelt sich in Stein.

Die im Anschluss an die Wissenschaftsdokumentation geplante Diskussionsrunde mit Gert Scobel über ein vergleichbares Thema entfällt. Stattdessen geht es bei "scobel" um 21.00 Uhr um das Thema "Corona, Demokratie und Angst".

Ingenieure schrauben am Klima – Do. 19.03. – 3sat: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH