"Bad Moms" ist eine unterhaltsame Komödie über das Mutter-Sein. Große Überraschungen bleiben jedoch aus.

Amy Mitchell (Mila Kunis) hangelt sich von Elternabend zu Business-Meeting, ist liebevolle Mutter und erfolgreiche Karrierefrau – und das mit Anfang 30. Kein Wunder also, dass so manches dabei auf der Strecke bleibt. Bis sie eines Tages genug davon hat und hinschmeißt: Zusammen mit ihren Freundinnen Kiki (Kristen Bell) und Carla (Kathryn Hahn) gründet sie die "Bad Moms" und lässt ab sofort all ihre Pflichten sausen. Die Regisseure Jon Lucas und Scott Moore, die schon die Drehbücher zur "Hangover"-Trilogie verfassten, bringen mit "Bad Moms" (2016) eine unterhaltsame Komödie an den Start, die sich vom ewigen Hollywood-Happy-End mit Traumhochzeit abwendet. RTL zeigt die Komödie erstmals im Free-TV.

Täglich versucht die 32-jährige Amy den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern – und scheitert immer ein bisschen. Da sind die zwei pubertären Kinder, zu deren Schulaufführungen und Fußballturnieren sie zu spät kommt und der anstrengende Job in einer Kaffee-Company, in der sie Überstunde für Überstunde schiebt. Auch aus der Ehe mit Mike (David Walton) ist irgendwie die Luft raus. Als Amy ihren Mann dann auch noch mit seiner Online-Affäre in flagranti erwischt, wirft sie ihn raus.

In der Schule der Kids hat Super-Mom Gwendolyn (Christina Applegate) ihre ganz eigene Diktatur aufgebaut und macht den anderen Müttern das Leben schwer. Als die spießige Mutter zu einem außerplanmäßigen Treffen des Elternrats einlädt, und es dabei eigentlich nur um den nächsten Kuchenbasar geht, platzt Amy der Kragen: Wohl zum ersten Mal seit langer Zeit sagt sie Nein. Sie hat die Nase voll davon, die perfekte Mutter zu sein. In der promiskuitiven Carla und in der überforderten Vierfach-Mama Kiki findet sie schnell zwei treue Unterstützerinnen, die begeistert sind von ihrer Courage. Beim klischeemäßigen Besäufnis am Bartresen beschließen die drei: Von jetzt an wollen sie Bad Moms sein. Fortan müssen sich die Kinder ihr Frühstück selber machen, auf Elternabende wird gepfiffen, abends wird Party gemacht, anstatt die Kinder zu versorgen. Schlechte Mütter eben.

Von den "Hangover"-Machern hätte man einfach erwartet, dass es noch ein bisschen mehr kracht. Große Eskapaden bleiben aus, so wirklich eskalieren können die drei Freundinnen nicht. Denn am Ende siegt doch das Prinzip Löwenmutter: Die Mamas kämpfen für ihre Kinder. Die Zicken-Clique um Gwendolyn mutet dabei an wie die High-School-Girls aus "Girls Club" und Konsorten – nur eben in Erwachsen. Sonderlich innovativ präsentiert sich der Humor nicht, aber immerhin ist das Ganze unterhaltsam. Der zweite Teil von "Bad Moms" war Ende 2017 in den Kinos zu sehen, konnte aber nicht überzeugen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst