Die Reportage "Die Berührerin", die im Rahmen der ZDF-Sendung "37°" zu sehen ist, stellt eine Frau mit einem sehr ungewöhnlichen Beruf vor. Edith Arnold wird intim mit Menschen mit geistiger Behinderung – gegen Bezahlung.

Sex gegen Bezahlung: Diese Art des Geldverdienens wird oft als "ältestes Gewerbe der Welt" umschrieben. Die Einordnung als Dienstleistung verleiht der Prostitution so etwas wie Normalität. Auch Edith Arnold verdient Geld mit der Sexualität. Doch ihr Job wird von einem Mantel des Schweigens umhüllt. Das liegt an ihrer Klientel. Arnold wird mit Menschen intim, die eine geistige Behinderung haben.

Der Film "Die Berührerin" von Julia Knopp und Max Damm porträtiert die 29-jährige Hamburgerin. Dass sie Aufmerksamkeit und körperliche Nähe an Menschen gibt, an Menschen, die ihre Sehnsüchte sonst nicht ausdrücken können, wird nicht nur positiv dargestellt. Die Autoren hinterfragen in dem sensibel erzählten Film auch, ob Arnolds Arbeit wirklich einen Zugewinn an Selbstbestimmung für Menschen mit geistiger Behinderung darstellt.

Als Arnold den geistig behinderten Tim an dessen Krankenbett besucht, dimmt sie erst das Licht. Dann macht sie leise Musik an. Weiteres ihres Aufenthalts bei Tim ist nicht mehr zu sehen. Sowohl Arnold als auch die Autoren halten offen, was in der Stunde des Zusammenseins passiert ist. Die Sexualbegleiterin erklärt: "Nur weil ich Sexualbegleiterin bin, bin ich noch lange keine Heilige. Aber nur weil ich eine bezahlte sexuelle Dienstleistung anbiete, bin ich auch niemand Schlechtes." Arnolds Arbeit ist so auch nicht kostengünstig. Für eine Stunde berechnet sie 150 Euro.

Dass Tim die Besuche Arnolds wohl gerne mag, erklärt dessen Mutter. Sie hätte nach eigener Aussage das sexuelle Bedürfnis ihres Sohnes früh bemerkt. Ein Besuch auf der Reeperbahn erschien ihr keine Lösung. Deshalb hat sie die Sexualbegleiterin Arnold engagiert. Sie besucht Tim regelmäßig. Und das nun schon seit vier Jahren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst