Mehr als nur ein würdiger Nachfolger von "Harry Potter und der Stein der Weisen" und "Twilight - Biss zum Morgengrauen": "Die Tribute von Panem – The Hunger Games" ist mitreißend inszeniertes Sci-Fi-Kino.

Oscargewinnerin Jennifer Lawrence wurde in der Rolle der spröden Kämpferin endgültig zum Superstar. Dabei war Katniss Everdeen nicht immer sympathisch, und doch wollten die Leser der Romanvorlagen, dass sie um jeden Preis triumphierte: Sie bleibt als schroffe Heldin aus Suzanne Collins' Sci-Fi-Reihe "Die Tribute von Panem" unvergessen. Kein braves Mädchen, das sich in sein Schicksal fügt, sondern eine Kämpferin, die so gar nicht auf die PR-Maschinerie vorbereitet ist, von der sie in den Büchern überrollt wird. Vor allem das junge Kinopublikum liebte dieses Mädchen. Allein der erste der insgesamt vier Filme spielte bei Produktionskosten von 78 Millionen US-Dollar rund 694 Millionen wieder ein. ProSieben zeigt nun noch einmal den Beginn des Spektakels, "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" (2012), zur besten Sendezeit.

Viel zu lachen hat der Zuschauer hier nicht – weil auch Katniss nicht viel zu lachen hat. Die 16-Jährige lebt unter erbärmlichen Verhältnissen in einem futuristischen Land namens Panem, das früher einmal die USA war und – wie ein Propagandafilm im Film erklärt – nach einem langen, Jahrzehnte zurückliegenden Krieg nun in zwölf Distrikte unterteilt ist, die das siegreiche Kapitol strengstens kontrolliert.

Jahr für Jahr werden aus der Bevölkerung eines jeden Distrikts ein männlicher und ein weiblicher Teenager ausgelost und als Tribute ins mit beeindruckender Detailvielfalt dargestellte Kapitol entsandt, um dort im Rahmen eines riesigen Medienspektakels gegeneinander und gegen die Tribute der anderen Distrikte zu kämpfen – bis zum Tod.

Als das Los in Distrikt zwölf auf Katniss' geliebte kleine Schwester Prim (Willow Shields) fällt, meldet sich die jagderfahrene Bogenschützin in ihrer Verzweiflung freiwillig. Gemeinsam mit dem männlichen Tribut, Peeta Mellark (Josh Hutcherson), wird sie vor tausenden Kameras in die Schlacht geschickt.

Der nette blonde Junge gehört zu den wenigen Charakteren, die zumindest als Neben- und nicht als Randfiguren gezählt werden dürfen. Äußerst flüchtig führt Gary Ross etwa Katniss' Seelenverwandten Gale (Liam Hemsworth), ihren Mentor Haymitch (Woody Harrelson), den Stylisten Cinna (Lenny Kravitz) oder den Präsidenten von Panem (Donald Sutherland) ein, von den meisten anderen wird bestenfalls ihre Funktion bei den Hungerspielen deutlich.

Die Aufgabe, vor die Gary Ross gestellt wurde, war eine deutlich anspruchsvollere als die, ein erfolgreiches Jugendbuch zur Zufriedenheit der Fans und des Filmstudios zu inszenieren. Ihm oblag es, sehr reale Bluttaten so darzustellen, dass sie zwar gerade noch für ein jugendliches Publikum zuträglich sind, ihre Grausamkeit aber nicht infrage steht. Ein Drahtseilakt, den er mit Bravour meistert. Fabelhaft unterstützt wird er von seinem durchwegs fantastischen Ensemble, das die Romanwelt und ihre Helden mit Talent und viel Feingefühl zum Leben erweckt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst