Jurorin bei "Pretty in Plüsch"

Sarah Lombardi: "Man braucht also auf jeden Fall ein dickes Fell"

von Sarah Kohlberger

Bei "Pretty in Plüsch" werden Prominente von Plüsch-Puppen gecoacht, die "es richtig faustdick hinter den Ohren" haben: Jurorin Sarah Lombardi verrät im Interview, wie außergewöhnlich die "schrägste Gesangsshow Deutschlands" wirklich ist, und worauf sie sich an Weihnachten besonders freut.

Normalerweise ist die Bühne Sarah Lombardis zu Hause: Ihre Karriere startete 2011, als sie den zweiten Platz in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" belegte. Seitdem machte die 28-Jährige aber nicht nur als Sängerin und Ex-Frau von "DSDS"-Gewinner Pietro Lombardi von sich reden: Lombardi machte sowohl in der Tanzshow "Let's Dance" (2016) als auch in der Backshow "Das große Promibacken" (2018) eine gute Figur, bewies in der Eiskunstlaufshow "Dancing on Ice" (2019) ihr Können und wies im Prominentenspecial von "Ninja Warrior Germany" (2018) ihre Sportlichkeit nach.

Nun setzt sich die Kölnerin zum zweiten Mal nach "Das Supertalent" (2019) in eine Jury: In der neuen vierteiligen SAT.1-Show "Pretty in Plüsch", die ab Freitag, 27. November, 20.15 Uhr, ausgestrahlt wird, bewertet die Schlager-Pop-Sängerin neben "Bergdoktor" Hans Sigl Plüsch-Puppen und ihre prominenten Gesangspartner.

prisma: In diesem Jahr haben viele Kulturschaffende mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation der Künstler?

Sarah Lombardi: Ich glaube, die Situation ist für sehr viele extrem schwierig. Allerdings nicht nur für die Künstler, eigentlich sind wir alle davon betroffen. Umso glücklicher kann man sein, wenn man seinen Job noch ausführen darf und wenn man noch weitermachen kann. Dass die Situation schwierig ist, sieht man leider überall. Da sitzen wir alle im selben Boot.

prisma: Wie wichtig ist Kunst für die Gesellschaft, gerade jetzt zu Corona-Zeiten?

Lombardi: Man liest oder sieht wirklich so viel schlimme und traurige Nachrichten, wenn man den Fernseher einschaltet. Kunst ist einfach wichtig, denn es tut gut, mal ein bisschen abgelenkt zu werden. Durch Kunst oder auch durch eine TV-Show wie "Pretty in Plüsch" kann man auch mal ein bisschen abschalten.

prisma: Im Oktober waren Sie zwei Wochen mit Ihrem Freund und Ihrem Sohn auf den Malediven. Wie war diese Auszeit kurz vor dem Herbst?

Lombardi: Wir wären auf jeden Fall gerne länger geblieben (lacht). Es war extrem schön, wie im Paradies! Es hat gutgetan, dass wir das gemacht haben. Wer weiß, wann wir das nächste Mal wieder wegfliegen können.

prisma: Nun stecken wir mitten im zweiten Lockdown. Was vermissen Sie besonders?

Lombardi: Auf jeden Fall das Fitnessstudio! Ich mache unfassbar gerne und viel Sport, auch als Ausgleich. Allerdings wird es jetzt draußen kühler und das Wetter spielt nicht mehr so mit, sodass man draußen nicht mehr viel machen kann. Wenn es das Wetter zulässt, kann man aber immer noch Joggen gehen oder Fahrradfahren. Das sollte man auf jeden Fall machen, als sich in seinen vier Wänden einzuschließen und sich nicht mehr zu bewegen.

prisma: Wie sehr freuen Sie sich dieses Jahr auf Weihnachten?

Lombardi: Sehr! Ich hoffe, dass sich die Lage bis dahin ein bisschen bessert, sodass man an Weihnachten problemlos mit der Familie feiern kann. Ich bin ein Familienmensch und freue mich immer besonders auf unsere kleinen Rituale: Wir gehen abends in die Kirche, essen zusammen, und wenn wir in der Küche sind, kommt das Christkind – besonders, wenn man Kinder hat, ist das umso schöner.

prisma: Was genau steckt nun hinter der "schrägsten Gesangsshow Deutschlands"?

Lombardi: Es treten sechs Gesangsduette gegeneinander an, ein Promi singt zusammen mit einer Puppe. Das Coole ist, dass die Puppen die Profis sind. Es wird mit Sicherheit die eine oder andere Gesangsüberraschung geben, worauf ich sehr gespannt bin.

prisma: Haben Sie die Puppen bereits kennengelernt?

Lombardi: Ja, einige davon. Sie sind total offen, und nehmen auch kein Blatt vor den Mund. Sie sind sehr emotional, lustig, schräg – man darf also gespannt sein!

prisma: Könnten Sie sich vorstellen, selbst als Plüsch-Charakter einen Nicht-Sänger zu coachen?

Lombardi: Oh ja, mit Sicherheit! Das würde bestimmt sehr lustig werden. Die Plüsch-Figuren haben es richtig faustdick hinter den Ohren. Man braucht also auf jeden Fall ein dickes Fell, wenn man von einer Puppe, wie unserem Grummel oder der Diva gecoacht wird.

prisma: Sie stehen diesmal aber nicht auf der Bühne, sondern sitzen in der Jury ...

Lombardi: Richtig, es ist nach "Das Supertalent" 2019 das zweite Mal, dass ich in einer Jury sitze. Ich habe inzwischen viele Erfahrungen gesammelt, was mir bestimmt helfen wird. Aber es ist trotzdem eine ganz andere Situation: Es sind Puppen, mit denen wir agieren und sprechen und die können auch mal sehr frech werden! Ich glaube, da muss man mit umgehen und auch über sich selbst lachen können.

prisma: Welche Qualitäten müssen die Duos haben, um Sie zu überzeugen?

Lombardi: Sie müssen natürlich gut zusammen harmonieren, es muss eine perfekte Mischung, ein perfektes Duett ergeben. Man hört es schnell, ob zwei Stimmen miteinander harmonieren, oder ob es nicht passt. Außerdem ist das Timing super wichtig, wenn man zusammen singt, ebenso wie die Emotionen und die Ausstrahlung. Das richtige Feeling muss einfach rüberkommen.

prisma: Ihr Jury-Partner Hans Sigl hat bereits angekündigt, dass er streng und gerecht, aber auch mit Humor urteilen wird. Welchen Part übernehmen Sie in der Jury?

Lombardi: Ich werde auf jeden Fall offen und ehrlich sein, alles andere lasse ich auf mich zukommen. Ich glaube, ich werde eher der emotionale Part sein und vermutlich sehr auf die gesangliche Leistung achten. Ich bin schon sehr gespannt auf die Kandidaten! Jessica Paszka zum Beispiel kenne ich schon seit vielen Jahren, habe sie aber noch nie singen gehört. Was mich da wohl erwartet ...

prisma: Haben Sie Hardy Krüger Jr. schon mal singen gehört?

Lombardi: Nein, auch nicht. Den habe ich auch erst diesen Sommer bei "Grill den Henssler" kennengelernt.

prisma: Es könnte sein, dass die Kandidaten völlig talentfrei sind. Haben Sie Angst, dass Ihnen auch mal die Ohren schlackern werden?

Lombardi: Ja, ehrlich gesagt: ein bisschen schon! Ich kenne einige, die bei der Show mitmachen, und es tut sicherlich ein bisschen weh, wenn man seinem Kollegen oder seiner Kollegin sagen muss, dass es gesanglich vielleicht nicht ganz so gut ist.

prisma: Haben Sie Angst, dass Sie jemanden verletzen könnten?

Lombardi: Nein, ich glaube schon, dass ich jemand bin, der das vorsichtig und nett verpacken kann. Und das versuche ich, weil ich genau weiß, was es bedeutet, auf so einer Bühne zu stehen, zu singen und bewertet zu werden. Daher brauchen sich die Kandidaten keine Sorgen zu machen, dass ich hart urteile. Ehrlich werde ich aber natürlich trotzdem sein!

prisma: Welche Position gefällt Ihnen besser – vor der Jury oder in der Jury?

Lombardi: Beide, ehrlich gesagt. Ich fand es immer schön, vor der Jury zu stehen, weil man dabei viel lernt, und Kritik aufnimmt, die man umsetzen kann. Dadurch wird man besser und kann an sich arbeiten. Einige Jahre später in einer Jury sitzen zu dürfen war für mich eine große Ehre und auch eine Umstellung, aber natürlich war es eine schöne Erfahrung. Umso mehr freue ich mich, dass ich das jetzt noch mal machen darf.

prisma: Bei "The Masked Singer" erobern kuschelige Figuren die Bühne, nun auch bei "Pretty in Plüsch" ... Warum sind solche Kostümfiguren gerade so beliebt?

Lombardi: Die beiden Shows lassen sich gar nicht vergleichen: "Pretty in Plüsch" ist keine Rateshow, sondern eine Gesangsshow, und unsere Promis singen nicht in einem Kostüm, sondern mit einer Plüsch-Puppe als Duett-Partner. Ich kann mir generell vorstellen, dass sich die Zuschauer gerade jetzt in so einer Zeit abends vor den Fernseher setzen und sich über gute, positive Unterhaltung freuen und gerne ein paar bunte Farben sehen möchten, die das Leben nicht ganz so trüb wirken lassen.

prisma: Ist die Show mit dem Corona-Lockdown so umsetzbar, wie sie ursprünglich geplant war?

Lombardi: Die Produktion und der Sender achten bis ins kleinste Detail darauf, dass selbstverständlich alle Hygienevorschriften und Vorgaben der Gesundheitsämter eingehalten werden.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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