Im ARD-"Sommerinterview" stellte Tina Hessel Christian Lindner eine Zuschauerfrage, die auf dessen Privatleben abzielte. "Geschmacklos" fand das der FDP-Chef. Nun hat sich Hassel dazu geäußert.

Es sollte eine lockere Gesprächssendung mit FDP-Chef Christian Lindner werden, ganz in der Tradition der ARD-"Sommerinterviews". Doch nach "harten" politischen Themen wie der "Fridays for Future"-Bewegung brachte ARD-Hauptstadtchefin Tina Hassel den Politiker zunächst aus dem Konzept und dann in Rage.

Statt den 40-Jährigen weiter zu politischen Inhalten zur Rede zu stellen, leitete Hassel ausgewählte Zuschauerfragen weiter, darunter diese: "Lieber Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin?" Lindner wiederholte zunächst ungläubig die Frage, die auf seine elf Jahre jüngere Lebensgefährtin, die RTL-Journalistin Franca Lehfeldt, abzielte. Dann verweigerte er erbost die Antwort und bezeichnete die Frage als "geschmacklos".

Nachdem schon kurz nach Ende des Interviews im Netz teils harsche Kritik geäußert wurde und sich einige Parteifreunde der FDP mit Lindner solidarisierten, meldete sich Tina Hassel nun zu Wort. Die Zuschauerfrage bezeichnete die Journalistin gegenüber "Bild" als "hart an der Grenze, aber nicht grenzüberschreitend". Es sei Teil der Sendung, "möglichst viele authentische Zuschauerfragen und Kommentare weiterzugeben".

Kategorisch auschließen wolle man in dem Format nur Fragen, die "offen rassistisch oder zur Gewalt auffordernd" seien. Trotz alledem könne sie die Kritik nachvollziehen, wie die 55-Jährige einräumte: "Rückblickend stellen wir uns natürlich die Frage, ob wir jenseits dieser Kriterien noch sensibler mit den Userfragen umgehen sollten." Das habe sie dem FDP-Chef unmitelbar nach dem Interview auch noch mitgeteilt, so Hassel.


Quelle: teleschau – der Mediendienst