Die Geschichte des gefallenen Starjuristen Eduardo Silva (Jürgen Tarrach) aus Lissabon geht weiter. In seinem zweiten Fall als abgehalfterter Anwalt verteidigt er in "Der Lissabon-Krimi: Alte Rechnungen" Unterweltboss Tiago Zarco (André Gago), der unter Mordverdacht steht.

Warum Eduardo sich das antut, fragt sich dessen jungen Assistentin Marcia Amaya (Vidina Popov)? Die Spur führt zurück zum tragischen Tod der Frau des Helden. Offenbar sieht der traumatisierte Rechtsgelehrte eine Chance zu erfahren, was damals wirklich passierte.

Jürgen Tarrach spielt den portugiesischen Helden vor tatsächlich schön fotografierter Lissabon-Kulisse, so gut es als Deutscher eben geht: mit fröhlich-buntem Halstuch, aber viel Midlife-Trauer im Gesicht darüber.

Wer die absurde ARD-Prämisse akzeptiert, dass deutsche Schauspieler ausländische Ermittler an den Sehnsuchtsorten Europas spielen, wird im "Lissabon-Krimi" solide bedient: eine Kriminalgeschichte von gesellschaftlicher Tragweite, die innere Reise des Helden – all dies wird routiniert, wenn auch in keinster Weise originell abgewickelt.

Der Auftrag der Donnerstagskrimi-Macher lautete wohl: der visuelle Wohlfühlaspekt soll im Vordergrund stehen. So kommt es, dass nach dem "Barcelona-Krimi" 2017 eine weitere europäische Metropole an südlichen Gestaden in einen schön fotografierten, aber filmkünstlerisch leeren Krimistandort verwandelt wurde. Kann man machen. Aber muss man auch?


Quelle: teleschau – der Mediendienst