Film bei ProSieben

"Mädelstrip" mit angezogener Handbremse

von Gabriele Summen

Goldie Hawn und Amy Schumer, zwei absolute Ausnahmekönnerinnen, gehen auf einen "Mädelstrip", der nicht richtig in die Gänge kommt.

ProSieben
Mädelstrip
Komödie • 11.07.2020 • 20:15 Uhr

15 Jahre nach ihrem Film "Groupies Forever" hatte sich die oscargekrönte Goldie Hawn 2017 erst wieder vor die Kamera gewagt – diesmal gemeinsam mit US-Comedy-Superstar Amy Schumer. Zu hoch sollte man die Erwartungen an ihren "Mädelstrip" nach Ecuador dennoch nicht schrauben. ProSieben wiederholt die Entführungskomödie von Jonathan Levine nun zur Primetime.

Schumer spielt die unreife und rüde Emily Middleton, die zu Beginn des Films vielversprechend ulkig erst ihren Job in einer Boutique und kurz darauf ihren Freund verliert. Letzter hat die Nase gestrichen voll von der narzisstisch gestörten jungen Frau, die noch beim Trennungsgespräch alles daran setzt, es wenigstens so zu drehen, als habe sie Schluss gemacht. Doch was wird jetzt aus dem lang geplanten, nicht erstattbaren Trip nach Ecuador für zwei? Da keiner von Emilys Freunden sie ersatzweise auf den Trip begleiten will, kommt ihr die zündende Idee: Mama (Goldie Hawn) soll sie auf die Reise begleiten!

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Wenig später schmiert ihre nervig-übervorsichtige Mutti sie im Luxusressort bereits mit Unmengen Sonnenmilch ein. Doch die Rettung naht – sowohl für Emily als auch für den von Hawns Rolle genervten Zuschauer: Tatsächlich wird die proppere Maid von James (Tom Bateman), einem attraktiven Latin-Lover-Typen, angesprochen. Klar, dass Schumer hierauf ihr feministisch-komisches Talent zeigt, indem sie patriarchale Erwartungen an Frauen schamlos unterwandert.

Zum nächsten gemeinsamen Ausflug lädt James auch noch die Frau Mama ein, doch was diese schon ahnte, stellt sich als tatsächlich wahr heraus: Sein Interesse an Emily war nur vorgetäuscht, in Wirklichkeit hat James nur den Köder für eine kolumbianische Bande gespielt, die die beiden weißen Ladys nun entführt. Leider sind alle Einheimischen unangenehm klischeehaft dargestellt. Deshalb bleibt dem Zuschauer während der an sich durchaus witzigen Szenen das Lachen leider im Halse stecken. Unfreiwillig unkomisch sind auch etliche Nebenrollen und zeugen von nicht durchdachten Pointen. Lediglich die Urlauberinnen Ruth (Wanda Sykes) und Barb (Joan Cusack) wissen als skurriles Befreiungsteam zu amüsieren.

So bleibt man nach dem Film mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits hat man sich durchaus bei einigen Gags vor Lachen auf die Schenkel geklopft, andererseits ist man peinlich berührt von der klischeehaften Darstellung und vor allem zutiefst verärgert, dass Goldie Hawn dazu gezwungen war, bei diesem Mädelstrip mit angezogener Handbremse zu fahren.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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