Einer der wenigen Deutschen, die auch im amerikanischen Film über viele Jahre erfolgreich waren, ist tot. Der in Berlin geborene Kameramann Michael Ballhaus ist in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 81 Jahren gestorben.

"Michael Ballhaus war einer der größten Kameramänner der Filmgeschichte. Er war Filmemacher im besten Sinne und ein herausragender Künstler. Er hat das kulturelle Leben weit über unser Land hinaus bereichert, und dafür werden wir ihm immer dankbar sein", schrieb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem veröffentlichten Kondolenzbrief an die Witwe Sherry Hormann.

"Er war ein wunderbarer Mensch"

Die Nachricht vom Tod des Filmkünstlers, der in seiner Wohnung in Berlin gestorben ist, löste auch in Hollywood Bestürzung aus. "Mit ihm zu arbeiten, ist, als sei man im Himmel, nur dass man dafür nicht sterben muss", hatte Regisseur Martin Scorsese einmal über Ballhaus gesagt.

Sein Tod sei nun ein "schwerer Verlust". "Er war ein wunderbarer Mensch, der immer ein warmes Lächeln hatte, auch in den schwierigsten Situationen – jeder der ihn kannte, wird sein Lächeln in Erinnerung behalten", sagte Scorsese der Deutschen Presse-Agentur.

"Große Künstlerpersönlichkeit"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters teilte indes über Twitter mit, dass Deutschland "nicht nur einen der weltbesten Kameramänner" verloren hat, "sondern auch eine große Künstlerpersönlichkeit". Ballhaus habe mit seinen Ideen und seiner Bildsprache Maßstäbe gesetzt.

Neben Scorsese drehte Ballhaus u.a. mit Top-Stars wie Robert RedfordFrancis Ford Coppola und Wolfgang Petersen. Für "Nachrichtenfieber" (1987), "Die fabelhaften Baker Boys" (1989) und "Gangs of New York" (2002) wurde er zudem jeweils für den Oscar nominiert. Erst im vergangenen Jahr nahm er bei der Berlinale den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk entgegen.

Hier geht's zum Star-Porträt von Michael Ballhaus.

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