Im vergangenen Jahr begeisterte Regisseurin Maren Ade mit ihrer Tragikkomödie "Toni Erdmann". Mit glänzenden Hauptdarstellern in ambivalenten Rollen überzeugte der Film auf zahlreichen Festivals. Nun lief der preisgekrönte Streifen erstmals im Free-TV und bescherte ARTE prompt tolle Quoten.

"Toni Erdmann" sahen am Montagabend 0,7 Millionen Menschen, was dem Kultursender, der normalerweise im Schnitt rund ein Prozent der Zuschauer erreicht, einen ungewöhnlich hohen Marktanteil von 2,4 Prozent einbrachte. Besonders beim jungen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren kam der Film an.

Film verpasst? Für einen begrenzten Zeitraum steht "Toni Erdmann" auch in der prisma-Mediathek kostenlos auf Abruf zur Verfügung.

Freilich kommt ARTE damit nicht an die Quotenrenner des Abends heran. Unangefochten führt diese Liste ein neuer Fall der "Nachtschicht"-Krimireihe im ZDF an (6,18 Millionen Zuschauer), gefolgt von einer Ausgabe von "Bauer sucht Frau" bei RTL (5,07 Millionen Zuschauer). Dennoch haben die ARTE-Programmplaner mit der Free-TV-Premiere ein gutes Näschen bewiesen.

In "Toni Erdmann" offenbart die deutsche Regisseurin Maren Ade, wo es heute zwischen den Generationen knirscht. Erzählt wird dies anhand der Beziehung von Ines (Sandra Hüller) und ihrem Vater Winfrid (Peter Simonischek). Er, ein einsamer Alt-68er-Musiklehrer, der stets zum Scherzen aufgelegt ist und damit an die Schmerzgrenzen von anderen geht. Sie, eine rationale, kühle Frau, die sich als Unternehmensberaterin in einer Männerdomäne behauptet. Dabei bewegt sich der Film zwischen offenen oder versteckten Aggressionen, Sehnsüchten und festgeschriebenen Rollen in der Familie.


Quelle: teleschau – der Mediendienst