Vier Männer werden quasi über Nacht zu Strippern. Die SAT.1-Komödie "Unsere Jungs – Auch Strippen will gelernt sein" liefert – durchaus etwas überraschend – beste Unterhaltung fabriziert.

Ein Stripper tanzt für die kreischenden Frauen beim Junggesellinnenabschied, kurz darauf besucht er die dazugehörige Hochzeit. Doch warum erkennt ihn dort niemand, nicht einmal die Braut? "Meistens gucken die Ladies dir beim Strippen nicht wirklich ins Gesicht", erklärt der Tänzer. Wer sich also dabei ertappt, bei den besagten Szenen den vier heißen Herren aus "Unsere Jungs – Auch Strippen will gelernt sein" gar nicht in die Gesichter zu schauen, sondern eher Muskeln und Moves zu bewundern, der scheint nicht alleine zu sein. Die SAT.1-Komödie ist mit frischen Gesichtern besetzt und auch wenn nicht alles der Realität entsprechen mag, macht sie überraschend viel Spaß.

Jonas (Eugen Bauder, lesen Sie hier, wie er sich auf die Rolle vorbereitet hat) ist kein guter Vater. Er ist aus der Kleinstadt abgehauen, um sich als Model einen Namen zu machen. Seinen Sohn hat er mit seiner Ex-Freundin zurückgelassen. Das Ergebnis dieser Zeit hängt nun in Form von Katalogseiten, auf denen er zu sehen ist, über dem Bett seines Sohnes Tim (Maximilian Sprengler). Nach der gescheiterten Karriere heuert er wieder bei seinem Freund Cem (Adam Bousdoukos) an, der die Baufirma "Unsere Jungs" betreibt.

Zu viert machen sich "Unsere Jungs" an die Arbeit. Doch bald wird Jonas entdeckt und bekommt von Stripclubbesitzer Victor Varona (Jorge Gonzales) ein Angebot: Wie wäre es, Tänzer zu werden? Die Gage wäre auf jeden Fall besser als auf der Baustelle. Und da Jonas die Bedingung aufstellt, alle oder keiner, haben "Unsere Jungs" bald das Gewerbe gewechselt.

Für den geneigten Zuschauer geht der Spaß dann richtig los: fetzige Musik, durchtrainierte Männerkörper und heiße Hüftschwünge. Bei den ersten Strip-Versuchen der Herren darf man schon mal schmunzeln, dazu kommen schnelle Dialoge. Vor allem die vier Protagonisten meistern ihre Rollen und besonders die Tanzeinlagen mit Bravour.

Der "Let's Dance"-Juror Jorge Gonzales ist zwar wie meistens schwer verständlich, er liefert aber trotzdem eine höchst amüsante Leistung ab. Als Zuschauer oder Zuschauerin mag man ab und an versucht sein, mitzukreischen, wenn die Herren plötzlich doch nur noch in glitzernden Unterhosen dastehen und mit dem Allerwertesten wackeln. Regisseur Florian Gärtner setzt auf den Überraschungseffekt und hat beste Unterhaltung fabriziert – wobei sich mancher vielleicht sogar wünschen würde, der Film käme erst später im TV und würde noch ein paar mehr Einblicke liefern.


Quelle: teleschau – der Mediendienst