Sollten queere Charaktere nur von Darstellern gespielt werden, die selbst der LGBTQ-Szene angehören? Cate Blanchett hat dazu eine klare Meinung.

"Ich werde bis zum Tod für das Recht kämpfen, Rollen zu spielen, die über meine persönliche Erfahrung hinausgehen", erklärte die Schauspielerin laut "Hollywood Reporter" auf dem Filmfestival von Rom. Sie selbst sei nie so viel über ihre eigene Sexualität gefragt worden wie im Rahmen der Werbetour zu ihrem Film "Carol", in dem sie 2015 eine lesbische Frau spielte, führte die 49-Jährige aus. "Ich glaube, Reality-TV hatte einen grundlegenden Einfluss darauf, wie wir die Erfindung einer Figur sehen. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten. Aber es hat auch den Nachteil, dass wir, vor allem in Amerika, erwarten, dass Schauspieler nur dann eine tiefere Beziehung zu einer Figur aufbauen können, wenn sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben."

Allerdings ging es Aktivisten, die zuletzt verstärkt gegen die Besetzung heterosexueller Darsteller in LGBTQ-Rollen protestierten, weniger um das schauspielerische Einfühlungsvermögen als um Repräsentation in Hollywood. Erst vor wenigen Wochen sah sich Scarlett Johansson gezwungen, die Rolle eines kriminellen Trans-Mannes wieder abzugeben, nachdem lautstark gefordert wurde, den Part lieber einem Trans-Schauspieler zu geben.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren schon seit Jahren, dass die wenigen LBGTQ-Rollen, die es in Mainstream-Filmen gibt, bevorzugt mit heterosexuellen Schauspielern besetzt werden. Sir Sir Ian McKellen, selbst offen schwul, beklagte sich 2016 im "Guardian", dass noch kein offen homosexueller Mann einen Oscar gewonnen habe, sehr wohl aber schon viele heterosexuelle Männer dafür, dass sie einen Homosexuellen spielten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst