Ein Testament kann für heftige Überraschung sorgen – wenn das Erbe anders aufgeteilt wird, als vielleicht erwartet. Aber ein Testament, das plötzlich noch ein paar uneheliche Kinder erwähnt, das zerrüttet nicht nur die Finanzlage, sondern auch die Familie. Genau das passiert in der neuen SAT.1-Daily Soap "Alles oder nichts".

Drei Menschen, die in ärmlichen Verhältnissen oder gar auf der Straße wohnen, erhalten einen braunen Brief. Nun teilen sie nicht nur das Wissen, dass sie ein paar Halbgeschwister haben, sondern auch, dass sie bald ziemlich reich sein könnten. Doch was so einfach klingt, erweist sich als bitterer Kampf.

Jennifer (Anna Mennicken) ist erst 23 Jahre alt und jobbt als Putzkraft. Geld hatte sie ihr Leben lang nicht. Ähnlich ergeht es Anja (Franziska Breite), die zwar weit selbstbewusster ist und auch auf ihre Kleidung achtet, ihr Geld aber als Erotik-Tänzerin verdient. Und dann wäre da noch Daniel (Raphael Vogt – lesen Sie hier ein Interview), der momentan auf der Straße lebt.

Als der Tod von Axel Brock (Heiko Kiesow) bekannt wird, treffen diese drei plötzlich auf die piekfeine Welt der Familie Brock. Ein riesiges Penthouse, feines Geschirr und Haushälter sind hier der Alltag. Sein Geld hat Axel Brock mit der eigenen Firma verdient. Oder hatte er noch andere Geschäfte am Laufen? Nach und nach kommen Intrigen, Geheimnisse und heimliche Machenschaften ans Licht. Nicht nur die geschäftlichen Spannungen, sondern auch, wie sich die neu zusammengefundene Zwangsfamilie entwickelt, haben ihren Reiz. Es macht Spaß, das Geschehen zu beobachten.

Auf den ersten Blick mag einiges doch zu sehr dem Klischee entsprechen: die Armen mit gutem Herz, die plötzlich Geld bekommen – und zwar von den kaltblütigen Reichen. Doch die Serie ist überraschenderweise trotzdem fesselnd, was nicht nur an den ausgefeilten Cliffhangern liegt. Die Szenen sind kurzweilig, schnell aneinandergereiht, und die Handlung schreitet munter schnell voran. Hier entsteht keine Langeweile. Außerdem haben die vielen verschiedenen Figuren jeweils ihre eigenen Probleme und Hintergrundgeschichten, was immer wieder neue Handlungsstränge anfangen lässt. Die Konstellation Arm gegen Reich und wie Menschen mit plötzlichem Reichtum umgehen: Das birgt automatisch Konfliktpotenzial, sorgt für Spannung und jede Menge Turbulenzen.

"Alles oder Nichts" sei "eine eindrucksvolle Rückkehr der täglichen Serie in SAT.1", findet Geschäftsführer Kaspar Pflüger. Damit wagt sich der Sender nach der Serie "Mila", die 2015 schon nach 75 Folgen wegen zu geringer Zuschauerzahlen abgesetzt wurde, wieder an eine Daily. Gleichzeitig begibt sich SAT.1 in harte Konkurrenz, denn der RTL-Vorabend ist mit "Unter uns", "Alles was zählt" und "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" schon etabliert. So ist es wohl kein Zufall, dass "Alles oder Nichts" ausgerechnet um 18.30 Uhr läuft, wenn bei RTL eine kurze Serien-Pause herrscht, und stattdessen "Exclusiv – das Starmagazin" und im Anschluss "RTL Aktuell" zu sehen sind.

Ob sich das neue tägliche Format durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, aber das Potenzial, ein Netz aus Figuren und Handlungen aufzubauen, wie man es bei einer Daily Soap gewohnt ist, besteht. Gedreht wird in Berlin-Spandau, die Zügel hat dabei die Produktionsfirma Producers at Work in der Hand. Die kennen sich mit dem SAT.1-Seriengeschäft schon aus, haben sie doch "Anna und die Liebe" (2008-2012) produziert.


Quelle: teleschau – der Mediendienst