Von seiner Rolle als "Bergdoktor" will er nichts mehr wissen: So geht es Hans Sigls Vorgänger heute
Sein Name ist heute untrennbar mit "Der Bergdoktor" (neue Folgen ab Donnerstag, 8. Januar, 20.15 Uhr, ZDF) verbunden: Hans Sigl spielt nun in der 19. Staffel den Arzt Dr. Martin Gruber und zählt zu den beliebtesten TV-Stars im deutschsprachigen Raum. Dabei fast schon in Vergessenheit geraten ist, dass Sigl in den 90er-Jahren einen ebenso populären "Vorgänger" hatte: Damals spielte Gerhart Lippert den "Bergdoktor". Eine Rolle, die der Volksschauspieler heute eher kritisch sieht.
Die erste "Bergdoktor"-Serie erzählte von Dr. Thomas Burgner, einem Münchner Arzt, der im fiktiven Tiroler Ort Sonnenstein eine Praxis eröffnet und Teil einer dörflichen Gemeinschaft wird. Nach fünf Jahren und 60 Folgen endete die SAT.1-Serie mit dem Lawinentod der Hauptfigur. Traurig war Lippert darüber nicht: "Der Bergdoktor hat mir beruflich und familiär geschadet", sagte er 2009 in einem Interview mit "Hallo München". Er sei zu seinem Leidwesen in die Unterhaltungsschublade gesteckt worden: "Anspruchsvolle Rollen habe ich seitdem leider nicht mehr bekommen." Selbst seine Töchter wären oft auf die Rolle angesprochen worden: "Da heißt's dann immer nur 'die Dirndln vom Bergdoktor', das nervt sie natürlich."
Der Frauenschwarm aus dem "Komödienstadel"
Ohnehin sollte man ihn nicht auf seine "Bergdoktor"-Rolle reduzieren: Schon vor der Serie war Gerhart Lippert eine feste Größe im deutschsprachigen Theater- und Fernsehbetrieb. Geboren am 14. März 1937 in Pietzing am Simssee, wuchs er in einem künstlerisch geprägten Elternhaus auf. Seine Ausbildung absolvierte er an der Otto-Falckenberg-Schule in München, anschließend folgte ein Engagement an den Münchner Kammerspielen. Auf Anraten eines Lehrers verließ er das etablierte Haus frühzeitig – "Raus in die Provinz" – und sammelte dort umfassende Bühnenerfahrung.
In den 1960er-Jahren hatte er seine ersten TV-Rollen in Serien wie "Alarm in den Bergen" und "Der Forellenhof". Bald gehörte er auch zum Ensemble des "Komödienstadels", wo er als Frauenschwarm Karriere machte: In den 70er-Jahren spielte Gerhard Lippert in Stücken wie "Die drei Eisbären" (1973), "Das sündige Dorf" (1974) und "Der ledige Hof" (1978) Hauptrollen als Liebhaber, idealer Schwiegersohn oder sympathischer Querkopf. Über den Zuspruch, den er mit der BR-Reihe genoss, freute er sich auch später noch: "Gute Volksschauspieler sind schließlich Leute, mit denen sich das Publikum identifiziert", sagte Lippert im "Hallo München"-Interview.
Nach einem schweren Unfall hat sich Lippert zurückgezogen
Mit einer einzigen Rolle wollte sich Lippert aber nie identifizieren. Das Ende der "Bergdoktor"-Serie kommentierte er laut eines BR-Porträts nüchtern mit den Worten, dass er den Arzt ohnehin nicht länger als drei Jahre hätte spielen wollen: "Ich bin ja Schauspieler und nicht Beamter." Dennoch schien er auch danach auf einen gewissen Typus festgelegt, Lippert hatte größere Rollen in Serien wie "Tierarzt Dr. Engel", "Wilder Kaiser", "Die Schwarzwaldklinik – Die nächste Generation" und "Der Landarzt", Auch bei einer "Traumschiff"-Episode und in Rosamunde-Pilcher- und Inga-Lindström-Verfilmungen war er zu sehen.
Seinen letzten TV-Auftritt hatte er 2011 in "Da Bauern Nero", einer Aufzeichnung eines Stückes des Chiemgauer Volkstheaters. Weitere Engagements konnte oder wollte er nach einem schweren Unfall nicht annehmen: Lippert stürzte Anfang Februar 2012 in seinem Haus in Tirol und trug schwere Kopfverletzungen davon. Details über seine Genesung kamen nicht an die Öffentlichkeit, wie es dem heute 88-Jährigen aktuell geht, ist nicht bekannt.
Seine dritte Ehefrau, die Sängerin Maria Neuhaus, sagte 2018 in einem Interview mit dem Magazin "Das neue Blatt" lediglich, dass sie und ihr Mann "wunderbare Jahre zusammen erlebt" hätten: "Da hält eine gute, starke Beziehung es auch aus, wenn es mal schwierig wird. Ich bin immer für ihn da. Immer. Wir genießen die kleinen Momente des Glücks."
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH