Bjørn Floberg

Bjørn Floberg mal nicht bärbeißig als
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Bjørn Floberg mal nicht bärbeißig als bürokratischer Kommissar Hamre in "Der Wolf"
Bjørn Floberg
Geboren: 12.09.1947 in Tønsberg, Vestfold, Norwegen

Bjørn Floberg ist einer der vielseitigsten Schauspieler Norwegens, der auf eine lange und abwechslungsreiche Karriere in Kino, TV und Theater zurückblicken kann und bereits über die Grenzen Skandinaviens hinaus von sich reden machte. Sein Theaterdebüt gab er 1972, lange Jahre gehörte er zum festen Ensemble von "Det Norske Teatret" in Oslo, später wechselt er an das "Nationaltheatret". Mit vielen Hauptrollen verdiente er sich in den Siebzigerjahren den Ruf eines ausgezeichneten Bühnendarstellers. Man sah ihn in Michail Afanasjewitsch Bulgakows "Molière", in Ben Jonsons "Volpone", als Jean in August Strindbergs "Fräulein Julie", aber auch in Georg Büchners "Woyzeck" und William Shakespeares "Richard II.".

Zeitgleich gab er sein Debüt vor der Kamera, spielte vor allem in typisch norwegischen Filmen dieser Zeit. Der Durchbruch, der ihm auf der Bühne gelang, blieb ihm allerdings auf der Leinwand viele Jahre verwährt. Erst 1993 konnte er einen Kinoerfolg verbuchen. Als Ove Rolandsen in "Telegrafisten" nach Knut Hamsuns "Schwärmer" unter der Regie von Erik Gustavson und einem Drehbuch von Lars Saabye Christensen zieht er mehr als 300 000 Norweger in die Kinos. Er, der das vielseitige Spiel beherrscht, dem die ironische Darstellung unsympathischer Machtmenschen gelingt, der ebenso die freundliche Vaterrolle spielen kann, überzeugt in "Telegrafisten" mit einer starken sexuellen Ausstrahlung.

Mit dem Durchbruch kamen die Rollenangebote. Zunächst in skandinavischen, später auch englisch- und deutschsprachigen Produktionen. Unter anderem sah man ihn als intriganten Söldner in Peter Flinths Ritterabenteuer "Das Auge des Adlers" (1997), in der Verfilmung nach Jostein Gaarders Roman "Sofies Welt" (1999), in der britischen Serie "Gerichtsmediziner Dr. Leo Dalton" und neben Kenneth Branagh im Dokudrama "Ernest Shackleton" (2002).

Dem deutschen Publikum dürfte Bjørn Floberg aus Filmen wie "Todesschlaf", "Der letzte Mord" (1998), "Die Tote am See" (2003) und "Der Kommissar und das Meer - Näher als du denkst" bekannt sein. Außerdem sah man ihn in "Die Rückkehr des Tanzlehrers" neben Veronica Ferres und Tobias Moretti und in verschiedenen Folgen der dänischen Erfolgsserie "Der Adler - Spur des Verbrechens". Dass er hierzulande vor allem als Schauspieler in Kriminalfilmen und -serien in Erinnerung ist, liegt in erster Linie daran, dass gerade die skandinavischen Krimis und Thriller in Deutschland sehr beliebt sind und hohe Einschaltquoten erzielen.

Hier reihen sich auch die Filme rund um den Privatdetektiv Varg Veum ein, in denen man Bjørn Floberg als bürokratisch agierenden Kommissar Hamre sieht, den eine langjährige Hassliebe mit dem Titelhelden verbindet. Die Krimireihe nach Gunnar Staalesen, die norwegische Antwort auf Henning Mankell und Håkon Nesser, rund um den eigenbrötlerischen Privatdetektiv ist in Norwegen schon seit vielen Jahren ein Bestseller. Ebenso erfolgreich sind auch die Verfilmungen der Varg Veum-Fälle. Episoden aus "Der Wolf"- bzw. der "Varg Veum"-Reihe mit Bjørn Floberg als Kommissar Jacob Hamre: "Der Wolf - Das vermisste Mädchen", "Der Wolf - Dunkle Geschäfte" (beide 2007), "Der Wolf - Dein bis in den Tod", "Der Wolf - Gefallene Engel", "Der Wolf - Auf eigene Faust", "Der Wolf - Tote Hunde beißen nicht" (alle 2008), "Varg Veum - Geschäft mit dem Tod", "Varg Veum - Gefährten des Todes" (beide 2011), "Varg Veum - Den Tod vor Augen" (2012).

Dass er nicht nur auf den Bösewicht oder den arroganten Ermittler reduziert werden kann, bewies Bjørn Floberg in Filmen wie "Dina - Meine Geschichte", "Musik für Hochzeiten und Begräbnisse" (beide 2002) und "Kitchen Stories" (2003), in denen er problemlos in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfte. Allen gemein ist aber eine gewisse Bärbeißigkeit, die sein Spiel vor der Kamera prägt. Er mimt den tyrannischen Vater ebenso wie den frustrierten Ex-Ehemann und den eigenbrötlerischen Hinterweltler.

"Der Adler - Die Spur des Verbrechens"-Folgen mit Bjørn Floberg: "Codename Skylla", "Codename Ares", "Codename Nemesis", "Codename Hades", "Der Adler - Die Spur des Verbrechens - Codename Tantalus", "Der Adler - Die Spur des Verbrechens - Codename Agamemnon", "Der Adler - Die Spur des Verbrechens - Codename Kronos", "Der Adler - Die Spur des Verbrechens - Codename: Thanatos".

Weitere Filme und Serien mit Bjørn Floberg: "Barselstuen" (1973), "Oss" (1976), "Det Tause flertall", "Kosmetikkrevolusjonen" (beide 1977), "Blindpassasjer" (Mehrteiler, 1978), "Rallarblod", "Kronprinsen" (beide 1979), "Øye for Øye", "Papirfuglen" (beide 1985), "Blücher - Gefahr in der Tiefe", "Brun bitter" (beide 1988), "Sabeltigerens sønn" (1989), "Herman und der König von Belgien", "Aksjemordet" (TV-Serie, beide 1990), "Secondløitnanten" (1993), "Ein Sommer voller Geheimnisse" (1994), "The Viking Sagas", "Hører du ikke hva jeg sier!" (beide 1995), "Den Sidste viking", "Dag 1" (Kurzfilm, beide 1997), "Der Tod hat eine Postleitzahl" (1998), "Abenteuer im Eis" (Sprecher), "Misery Harbour", "Ungfrúin góða og húsið", "Sofies Welt" (Mehrteiler, alle 1999), "Dykaren", "Ikingut - Die Kraft der Freundschaft" (beide 2000), "Operation Stella Polaris" (Mehrteiler, 2003), "Der chaotische Elterntausch", "Uno" (beide 2004), "Kjøter", "URO", "O' Horten" (alle 2006), "Lønsj" (2008), "Kennedys Hirn", "Ein Mann von Welt", "Maria Wern, Kripo Gotland - Und die Götter schweigen" (alle 2010).

Foto: ARD/Degeto-Miso Film SF/Norge-O. Fyxe


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