Helmut Fischer

Lesermeinung
Geboren
15.11.1926 in München, Deutschland
Gestorben
14.06.1997 in Riedering/Chiemgau, Deutschland
Sternzeichen
Biografie
"Spatzl, schau wie ich schau", beichtete Serienheld Monaco Franze seine Fehltritte mit einem lausbubenhaften Lächeln und devotem Blick und die Herzen schmolzen. So hat ihm das Fernsehpublikum seine TV-Flirts hinter dem Rücken von Film-Ehefrau Ruth Maria Kubitschek verziehen. Erst diese Rolle in der gleichnamigen TV-Serie von Helmut Dietl (1974) hatte ihn als 50-jährigen in Deutschland populär gemacht. Seitdem galt Helmut Fischer als der "ewige Stenz", der unwiderstehliche Münchner Charmeur und Playboy.

Von Affären und Skandalen konnte im Privatleben des Kaufmannssohns nicht die Rede sein. Seit 1953 war er mit einer ehemaligen Tänzerin glücklich verheiratet. Mit ihr machte er auch die schlechten Zeiten durch, und die waren lang: Beamter sollte er werden, "was Anständiges", wie seine berufstätige Mutter meinte. Doch Fischer, der bis zum dritten Lebensjahr im Heim aufgewachsen war, entschied sich für die Schauspielschule. Zunächst hatte er kleine Theaterengagements in Würzburg und Ulm. Ende der Fünfzigerjahre kehrte er wieder nach München zurück und hielt sich dort mit kleinen Rollen und als Filmkritiker über Wasser. Die Begegnung mit Regisseur Helmut Dietl in einem Münchener Café markierte 1974 schließlich den entscheidenden Wendepunkt in seinem Leben.

Nach dem "Monaco Franze" folgten Rollen in TV-Serien wie "Die Hausmeisterin" oder "Der Unschuldsengel". Fischer konnte sein verschmitztes Lächeln zeigen, das ihn selbst als kranken Mann noch jung erscheinen ließ. Für seine mehr als 100 Rollen in TV-Produktionen, etwa als Assistent von Tatort-Kommissar Gustl Bayrhammer, wurde der Schauspieler mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis. Als Fischer seinen 1996 ausgestrahlten Fernsehfilm "Drei in fremden Betten drehte", war er bereits lange krank. Nur wenige wussten davon, um so mehr trauerten dem Münchner Sympathieträger im Juni 1997 nach.

Die "Tatort"-Krimis mit Helmut Fischer: "TMünchner Kindl" (1972), "Tatort - Weißblaue Turnschuhe", "Tatort - Tote brauchen keine Wohnung" (beide 1973), "Das zweite Geständnis", "Als gestohlen gemeldet" (beide 1975), "Wohnheim Westendstraße", "Transit ins Jenseits" (1976), "Schüsse in der Schonzeit", "Das Mädchen am Klavier" (beide 1977), "Schwarze Einser" (1978), "Maria im Elend", "Ende der Vorstellung", "Spiel mit Karten" (1980), "Usambaraveilchen", "Tatort - Im Fadenkreuz", "Tod auf dem Rastplatz" (1982), "Roulette mit 6 Kugeln" (1983), "Heißer Schnee" (beide 1984), "Tatort - Schicki-Micki" (1985), "Die Macht des Schicksals" (1986), "Gegenspieler" (1987).

Filme mit Helmut Fischer: "Hubertusjagd" (1959), "Die vor die Hunde gehen" (1960), "Der Röhm-Putsch" (1970), "Die Undankbare", "Blauer Himmel, den ich nur ahne" (alle 1979), "Mein Freund, der Scheich" (1981), "Mama Mia - Nur keine Panik", "Zärtliche Chaoten", "Hexenschuss" (beide 1987), "Das Traumschiff" (1987), "Zärtliche Chaoten II" (1988), "Jede Menge Schmidt" (1989), "Der Unschuldsengel" (1991), "Frühlingsgefühle - Eine Geschichte von Peter und Paul" (1993), "Drei in fremden Kissen" (1995), "Fröhlich geschieden" (1996), "Drei in fremden Federn" (1998), "Drei unter einer Decke" (2003).

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