Josef Bacher wird aus der Jugendstrafanstalt Hamburg entlassen und fährt nach München, um seine Mutter zu besuchen. Die Beziehung zwischen beiden ist kühl. Nadja Bacher empfindet keine Liebe für ihren Sohn, weil er sie zu sehr an ihren geschiedenen Mann erinnert. Die Stadt hat sich für Josef völlig verändert. Überall neue Straßen, neue Gebäude. Doch schließlich findet er einen Job bei einem Grundstücksbesitzer, der alte Häuser mieterfrei und abbruchreif machen möchte, um Platz für neue, moderne Bürogebäude zu schaffen, die mehr Geld bringen. In einem dieser Häuser wird eine Rentnerin tot aufgefunden. Sie ist vergiftet worden. Auch Josef findet man am Tage später in den Isaranlagen erschlagen auf. Kriminaloberinspektor Veigl, dem die Fälle übertragen werden, muss feststellen, dass er vor einer sehr schwer zu lösenden Aufgabe steht ...

Dieser Münchner Krimi war der erste von insgesamt sieben "Tatort"-Episoden, die der große deutsche Nachkriegsregisseur Wolfgang Staudte in Szene setzte. Bei seiner Erstausstrahlung sorgte der Fall, den Staudte nach dem Buch von Michael Molsner inszenierte, für einen Skandal: Man warf dem Regisseur vor, sein Werk sei zu brutal inszeniert und die Figur den Immobilien-Spekulanten (hervorragend verkörpert von dem im Juli 1990 ermordeten Walter Sedlmayr) zu negativ gezeichnet. Fast 20 Jahre schlummerte der Krimi danach in den Archiven und wurde schließlich erst Anfang der Neunzigerjahre erneut ausgestrahlt.

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